Dienstag, 13. Oktober 2009

No alla tessera del tifoso!

Luxemburg-Schweiz 0-3 8000 (5000 Gäste)

Mit völlig überfüllten Regionalzügen gings früh morgens Richtung Luxemburg. Da kurz die schmucke Innenstadt besucht und sich was genehmigt. Auffallend viele Schweizer wie erwartet zu anwesend. Darunter auch äusserst komische Gestalten… Die Schweizer „Nati-Fanszene“ entwickelt sich leider immer mehr zu einer Karnevalsszene à la Holland. Zum Spiel gibt’s nicht allzu viel zu sagen. Einzig die paar M-Block Fanatics im Luxemburger Block liessen Ansätze von Fankultur erahnen. Nach dem Spiel nochmals für paar Stunden in die Innenstadt bevors dann in der Nacht mit dem Bus nach Frankfurt-Hahn ging wo uns Ryanair ins schöne Italia brachte.

Vicenza-Cesena 0-0 9000 (1000 Gäste)

Hier erwartete uns wunderschönes Spätsommerwetter. Die Zugfahrt nach Vicenza mehr oder weniger verpennt gings da gleich zum Stadion da das Spiel bereits um 12.30 beginnen sollte. An den Kassen wieder mal lange Schlangen wegen dem völlig unsinnigen Gesetz. Im Stadion dann an die 1000 Gäste aus Cesena welche einen tollen Tifo boten. Man wähnte sich fast in alten Zeiten. Die WSB ist halt auch in der heutigen Zeit ein Garant für gute Stimmung (sofern nicht gestreikt wird, was ja bei Cesena, völlig zurecht, oft der fall ist ). Auch die gut gefüllte Heimkurve überzeugte mit schönem melodiösen Support. Und das alles ohne Megephon, Trommel etc. Leider wollten die Spieler nicht mitmachen und boten ein trauriges Schauspiel welches in einem 0-0 endete. Hätte heute zu gerne nen Torjubel gesehn, wer weiss was hier dann noch los gewesen wäre.

Endlich wieder mal ein Spiel in Italien welches vollends überzugen konnte. Hatte die Hoffnung auf den Calcio d’Italia schon fast aufgegeben, aber das heutige Spiel macht wieder Lust auf mehr! AVANTI ULTRAS!!!




Montag, 21. September 2009

Juventus-Livorno 2-0 (24000, 700 Gäste)

Ein Auslandsweekend war wieder mal überfällig und so kam der Cup-Match in Giubiasco von SG gerade richtig um am Samstag noch was in Italien zu machen. Spiele standen nicht allzu viele zur Auswahl, schlussendlich gings wieder mal Serie A schaun, zu Juve-Livororno sollte es gehen. Reizte mich zwar nicht allzu fest die Partie, aber im neuen Stadion war ich noch nie und Juve zuletzt im 02 gegen Fiorentina gesehn (noch zu Fighter’s Zeiten). Mit dem ersten Zug gings nach Italien wo wir in Turin noch etwas die Stadt ansahen bevor es dann Abends ins Stadion ging, welches von der Innenstadt aus gut mit Tram erreichbar ist. Stadion war recht gut gefüllt inkl ca. 650 Gästen aus Livorno. Die beiden Heimkurven 1. HZ am streiken gegen den Fanpass (wie an diesem Wochenende in diversen Stadien in Italien). Stimmung in der 2. HZ dann anfangs recht ansprechend, verflachte dann aber zunehmends. Die Curva Nord (mit den Vikings, Tradizione und Nucleo) gefiel etwas besser als die Curva Sud mit den Drughi’s, welche ziemlich blass blieb. Livorno auch eher enttäuschend, ist halt schon nicht mehr das gleiche wie früher. Am dauersupporten vielleicht 200 Leute. Im Away-Block auch viele Normalos, wäre früher def. nicht so gewesen. Die letzten paar Minuten dann nur noch gegenseitiges politisches Gepöbel… Naja… Serie A wieder mal gesehn für einige Zeit… Am folgenden Tag gings nach Giubiasco um unseren glorreichen Sieg gegen die Amateure von Giubiasco zu begutachten…

Trotz der ganzen Repression macht Italien halt doch immer wieder Spass. Auch wenn es manchmal ganz schön weh tut Szenen in der heutigen Zeit zu sehn, wenn man es mit vergangenen Zeiten vergleicht. Aber alleine schon das Feeling wenn man in Mailand aus dem Zug steigt, die Gänge durch die wunderschönen Städte Italiens, das Essen, die Lebensfreude etc… alleine darum lohnt es sich immer noch!





Mittwoch, 10. Juni 2009

Playoffspiele Italia

Ancona-Rimini, 8000 (900), 1-1, 6. Juni 2009

Viel zu früh und noch halb im Koma vom gestrigen Polterabend (zum Glück nicht meiner ) quälte ich mich nach nur einer Stunde schlaf zum Bahnhof, wo es mit dem frühstmöglichen Zug Richtung Bella Italia geht. Im Zug gut nachgeschlafen erreichten wir um 15.00 Uhr die Hafenstadt Ancona. Rasch ins Hotel und ab an den Hafen wo wir uns noch Pizza und Bier genehmigten. Danach gings zum Stadion, das etwas ausserhalb gelegen ist. Tickets kein Problem, so fasst das nette Stadion doch sicher 20000 Zuschauer. Kurve war zwar ausverkauft, aber die Eckblöcke waren erst gar nicht geöffnet. Schlussendlich wollten bei diesem Playout-Spiel 8000 Zuschauer dabei sein, davon gut 900 aus Rimini. Ancona zeigte zum Intro eine schöne Choreo. Stimmung dann von beiden Seiten eher bescheiden, man hat den italienischen Ultras einfach ihr Herz genommen, ohne Zaunfahnen, Trommeln und Megaphonen ist es einfach nicht mehr das gleiche. Zu schwer fällt es den Gruppen ganze Kurven ohne Hilfsmittel zu koordinieren. Das mag andernorts zwar auch gehen, aber für Kurven die über Jahrzehnte daran gewöhnt waren ist das sicherlich nicht einfach. Die Gäste aus Rimini zwar bemüht, aber dass war nix im Gegensatz zu früheren Zeiten. Spiel ging 1-1 aus, wird sicher schwer für Ancona im Rückspiel in Rimini.





Pro Patria-Reggiana, 4000 (600), 3-2, 7. Juni 2009

Am nächsten Tag gings erneut früh raus, das C1 Playoff Halbfinale zwischen Pro Patria-Reggiana wartete. Stadion war dann fast ausverkauft (4000 Zuschauer), beide Kurven (oder hier Blöcke) waren voll. Leider befinden sich beide Fanblöcke auf der gleichen Gerade, so gibt’s hier leider keinen Sichtkontakt zwischen den Ultras. Reggiana mit 600 Mann vor Ort (mehr Tix gabs nicht) und Pro Patria unterstützt von Ihren Freunden aus Trieste. Stimmungsmässig war Reggiana doch einiges besser, Pro Patria beschränkte sich auf kurze Sprechgesänge und Klatschrythmen. Reggiana mit wunderschönen melodiösen Liedern, welche oft vom ganzen Block getragen wurden! Die Gäste gingen wie schon beim Hinspiel mit 2-0 in Führung (beim Hinspiel gar mit 3-0, verloren aber noch mit 4-5!), verloren dann aber noch mit 2-3, was das aus im Kampf um den Aufstieg für die Gäste aus Reggio Emilia bedeutete. Pro Patria spielt nächste Woche gegen Padova um den Einzug in die Serie B. Netter Kurzausflug, aber bitte, bitte, hört endlich auf mit diesen dämlichen, nichtsnutzigen Vorschriften, gebt den Ultras ihre Kurven zurück!

Mittwoch, 27. Mai 2009

Auffahrt 09

4 Tage frei über Auffahrt, dazu Montagsspiel von SG und eine überaus satte Spieleauswahl… Schlussendlich entschied ich mich gegen Rumänien oder Portugal und für Norwegen inkl paar Spiele in Deutschland. Los gings direkt von der Arbeit Mittwoch Abend nach Basel wo Furti auf mich wartete und wir in der Innenstadt noch das Cupfinale anschauten… Danach gings weiter nach Düsseldorf Weeze wo wir mit Ryanair nach Oslo flogen. Hier um die Mittagszeit angekommen besichtigten wir noch etwas die schöne Stadt inkl Hafen. Leider ist Oslo einfach völlig überteuert, Essen und vor allem Bier ist praktisch unbezahlbar…

Lyn Oslo-Valerenga 4-4 (12000, 9000) 21.05.09

Das Oslo Derby fand abends im schmucken kleinen Stadion Ulleval statt, was die Heimat der beiden Vereine Valerenga und Lyn Oslo ist. Diese sollten heute zum Derby antreten, wobei wohl das Duell von Valerenga gegen Lilleström (Vorort von Oslo) fast noch heisser sei, da Lyn über keine wirklich nennenswerte Fanszene verfügt. Zum Spiel waren etwa 11000 Zuschauer gekommen, davon wohl ca. 3000 die Lyn die Daumen drückten. Dies entspricht wohl dem Minusrekord bei den Derbys seit langem, in den letzten Jahren war immer mind. 15000 anwesend. Der Regen und die schlechte Tabellensituation beider Seiten wohl die Gründe dafür… Auch die Supporter rechneten wohl mit mehr Zuschauer, so war die Choreo wohl für volle Tribünen geplant, da viele der ausgelegten Blätter und Fahnen mangels Zuschauer nicht benutzt wurden. Trotzdem ganz passable Choreo’s auf beiden Seiten. Support dann von den ca 4000 Valerenga-Supporter auf der Hintertortribüne sehr gut, schöne Lautstärke und geniale Lieder von denen ich viele noch gar nie in den Stadien gehört habe. War jetzt nicht der Ultra-Support, eher englische Art des Supports, einfach viel besser oder halt so wie’s in England wohl früher mal war. Lyn sang mit paar hundert ab und an ein Lied, aber nichts spektakuläres. Spiel konnte begeistern, ein spannendes 4-4. Lukas Prato, der Gaucho mit der Nr. 9 von Lyn wär noch einer von uns…





Nach kurzem Schlummertrunk und begaffen der Weltklasse-Girls (verdrängt Schweden von meiner Top 3 in Sachen Frauen) gings auch schon in unser Budget Hostel. Am nächsten Tag gings bereits wieder zurück nach Düsseldorf wo wir am Abend noch ein unspektakuläres Spiel zwischen Leverkusen2 und Mainz2 sahen (im Südstadion in Köln) bevor wir uns dann der Düsseldorfer Altstadt widmeten…

Fortuna Düsseldorf-Werder Bremen 2 1-0 (52000, 30) 23.05.09

Nach viel zu wenig schlaf (Düsseldorf halt) gings in der Mittagshitze zum neuen Stadion in Düsseldorf, Tickets sichertet wir uns im Voraus, da das Spiel wie erwartet ausverkauft war. Düsseldorf konnte mit nem Sieg in die 2. Liga aufsteigen. Support war dann aber eher enttäuschend, von den Ultras Düsseldorf hatte ich doch einiges mehr erwartet, lautstärke über weite Strecken enttäuschend und mehr als 5, 6 verschiedene Lieder waren nicht zu hören… Waren aber wohl zu viele Erfolgsfans im Stadion, müsste ich wohl nochmals hinfahren und mal auswärts sehn um mir ein Urteil zu bilden… Nach dem Spiel zurück in die Altstadt wo von der Aufstiegseuphorie aber nicht allzu viel zu sehn war. Auch wir waren nicht mehr ganz so fit und fielen ein paar Stunden früher als gestern in die Federn. Angeblich soll es in der Nacht noch gut gescheppert haben zwischen Düsseldorf und den Bullen…



SV Wehen/Wiesbaden-Hansa Rostock 1-1 (8000, 5000) 24.05.09

Neuer Tag, neues Spiel. In Wiesbaden war Rostock zu Gast, mitsamt einem netten 5000er Mann Pöbel. Für Rostock gings noch um den Abstieg, mit einem Sieg war aber alles klar. Wehen/Wiesbaden bereits abgestiegen. Support von Hansa Rostock war klasse, geniale Hüpfaktionen und Schalparaden des gesamten Anhangs, waren jetzt nicht viele Melodien dabei, halt mehr kurze Schlachtrufe, aber sehr nett. Bis jetzt das beste was ich in Deutschland gesehn habe. Osnabrück verlor im Parallelspiel, so bleibt Hansa zum Glück in der 2. Liga (wobei die Duelle in der 3. Liga gegen Dresden etc wär sicher auch ganz nett geworden…) Danach gings mit dem überfüllten ICE (wo wir noch auf die Hoppinglegende Wiesel trafen ;-)) wieder zurück in die Schweiz.

Tessin / Italia

Spielfreies Weekend und schönes Wetter im Tessin/Italien, paar interessante Spiele waren auch zur Auswahl, Ideal… Samstag noch rasch im Fox-Town in Mendrisio Hallo gesagt gings am späten Nachmittag noch zum 1. Liga-Spitzenspiel Chiasso gegen Tuggen. Für Chiasso gings zwar für nix mehr, trotzdem supporteten in der Curva Sud ca. 20 Ultras ganz solid. Weiter gibt’s in Chiasso auf der Gegentribüne neu eine 2. kleine Gruppe, welche aber eher mit Dauerfahnenschwenken als mit Support auffiel. Chiasso, immer wieder ganz nett…

Alessandria-Olbia 2-0 (4000, 35)

Am folgenden Tag gings mit dem Auto nach Alessandria, wo der heimische Verein mit ein bisschen Schützenhilfe von Montichiari (in Varese) den direkten Aufstieg in die C1 (oder neu Lega Pro A1)schaffen könnte. Ca. 4000 wollten beim Spiel gegen Olbia dabei sein, darunter überraschenderweise ein gut aufgelegter 35er Mob aus dem weiten Sardinien. Die Heimkurve zeigte eine wunderschöne Fahnen-Choreo und begonn mit schönem typisch italienischem Sing-Sang. Da Varese im Parallelspiel aber schon früh mit 2-0 führte war dann irgendwie die Luft draussen . Schade, Potential wäre hier sicher für weit mehr vorhanden…

Sonntag, 26. April 2009

Machs gut du schöne Zeit!

Mit dicken Tränen in den Augen verlasse ich nun diesen wunderbaren, faszinierenden Kontinent. Es war ne Top-Tour, alles war ich mir vorgenommen habe, konnte ich umsetzen, wurde nie ausgeraubt, habe nie was verloren (ausser meine Lieblings-Badehose ). Es waren wohl meine 10 schönsten Wochen in meinem Leben. Eine Menge Leute hab ich kennengelernt, viele neue Freunde gewonnen. Andere Kulturen kennengelernt etc. Kurz, ich werde es vermissen! Das Chaos auf den Strassen, die Fussballbegeisterung, die feinen Steaks, das Wetter, die Leute…

In genau 70 Tagen hab ich 35 Spiele in 7 verschiedenen Ländern gesehn, habe 10 mal in Bussen, Flügen oder Zügen die Nacht verbracht…

Bye, bye schönes Leben, bis bald!

16.-21. April, Buenos Aires


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Das Ende der Reise naht leider, und wie der Anfang sollte auch der Schluss Buenos Aires sein. In Buenos Aires angekommen fühlte ich mich gleich fast wieder wie zu Hause, ja ich fühle mich richtig wohl in dieser Stadt. Mit mir bekannten Hamburgern Hoppern (HSV) konnte auch endlich wieder anständig über Fanszenen und die Welt diskutiert werden, hat mir doch etwas gefehlt nach 5 Wochen mit nur „normalen“ Touristen ;-). Am Freitag gabs leider nur ein Spiel zur Auswahl, so ging ich zum 2. Mal auf der Tour zum Huracan Stadion:

Independiente-Colon Santa Fe 0-1 (25000, 400)

Das Stadion und auch Independiente darf man sich natürlich gerne 2 mal geben. Auf der Heimseite schöner Support, die Gäste trotz Chancen auf den Titel mit relativ wenigen Hinchas vor Ort, auch etwas mauer Support. Da hatte ich doch mehr erwartet.


Samstag waren nun 4 Spiele angesagt:

San Telmo-Moron 0-0 (250, Gästeverbot)

Nach viel zu kurzer Nacht hiess es bereits wieder aufstehn, rechtzeitig zum Anpfiff im Stadion von Defensor de Belgrano wo heute San Telmo ihr Spiel austragen musste. Ca. 80 Leute in der Kurve sorgten für ganz gute Unterstützung, Gäste wieder verboten, schade, schade, wären sicher einige mitgefahren.

Chacarita-CAI 3-0 (10000, Gästeverbot)

Chacarita ist auf dem Weg in die erste Liga und das heutige Spiel war eigentlich vorentscheidend. So waren die 10000 Hinchas in der Cancha von Ferro (wo Chacarita momentan seine Heimspiele austrägt) ganz guter Laune und sorgten für sehr geile Unterstützung. Spiel ging 3-0 zu Ende und am Schluss gabs wieder Argentina-Feeling vom Feinsten, alte Opas auf der Haupttribüne gut am durchdrehen.

Gimnasia La Plata-Rosario Central 1-1 (20000, 2500)

Weiter gings nach La Plata wo der Abstiegsschocker Gimnasia-Rosario wartete. Stadion rappelvoll und auch ca. 2500 Gäste waren vor Ort. Beide Kurven mit guter Unterstützung, guter argentinischer Durchschnitt würd ich sagen.


Racing-Banfield 1-0 (30000, 2000)

Leider verpassten wir die ersten 10 minuten und die anscheinend Hammergeile Pyroshow und auch das erste und einzige Tor. Trotzdem zufrieden verliessen wir den Ground, denn die letzten 20 Minuten waren wieder mal einfach nur Weltklasse, Racing mit 3. Sieg in Folge und dementsprechend war es ein Tollhaus, ganz Stadion Support inkl Dauerpyroshow in der Kurve. Banfield mit 2000 Mann und Frau vor Ort, war ok.


Boca-River 1-1 (55000, 5000)
Ein weiteres Highlight dieser Tour sollte es zum Abschluss nochmals sein, der Superclasico. Ticketpreise bis zu 400 Euro wurden bezahlt, ich bezahlte auf dem Schwarzmarkt knapp 70 Euro und liess mich auf die Gegentribüne schmuggeln. Sicher 5000 Zuschauer mehr im Stadion als erlaubt, alle Treppen übervoll, ich quetschte mich schön in der mitte auf ne Treppe. River Hinchas mit 5000 Leuten vor Ort, wie immer im Oberrang gegenüber von La 12. Intro Weltklasse, absolutes Chaos-Intro mit Ballonen, Konfetti, Bänder, Fahnen etc... Supportmässig dann wie erwartet nicht der Brüller, war von beiden s
chon ganz ansprechender Support und hatte auch wie jedes Spiel hier absolute Weltklasse-Phasen, aber insgesamt doch etwas enttäuschend. Spiel war nun auch nicht so der Bringer, ein eher maues 1-1 ohne grossen Spek
takel. Spiel sollte trotzdem jeder ambitionierte Fussballfan mal gesehen haben…





Lanus-Tigre 2-0 (13000, 2000)

Das allerletzte Spiel auf der Tour heiss Lanus-Tigre. Lanus spielt auch wieder mal um den Titel mit, Tigre im Gegensatz zum Herbst stehn in der unteren Tabellenhälfte. 2000 Gäste reisten dem Team nach und konnten eigentlich nur die ersten paar Minuten überzeugen, danach sang meistens nur der harte Kern, da hab ich Tigre schon besser gesehn. Auf Heimseite überzeugender Support inkl netter Blockfahne. Vor allem die letzten 20 Minuten waren dann wieder vom allerfeinsten, ganzes Stadion wi
eder mal völlig am durchdrehen, einfach der Wahnsinn. Sehr netter Tourabschluss!

Montag, 20. April 2009

9.-16. April, Brasilien

Das 7. und letzte Land auf meiner Reise war Brasilien. Aus Lima flog ich mit LAN nach Sao Paolo wo es am ersten Tag gleich folgendes Spiel zu sehen gab:

Sao Paolo-Defensores 2-1 (60000, 0)

Das Morumbi Stadion war zum Vorrundenspiel in der Copa Libertadores ausgesprochen gut gefuellt, rund 60000 warens im weiten Rund. Aus Uruguay waren keine Gaeste anwesend. Stimmung in der 1. HZ war ok, in der 2. HZ folgte dann ein wahres Stimmungsinferno... Die Mannschaft kehrte das Spiel innert Minuten und was danach los war, ja das entschaedigt fuer alle Strapazen der letzten Wochen. Ein Wahnsinnssupport, das beste was ich seit langem gesehn habe! Zwar nur 3, 4 verschiedene Lieder, aber die Lautstaerke ein Traum und diese kranke einklatschen des gesamten Stadions sieht einfach nur geil aus!



Am naechsten Tag gings mit dem Bus nach Rio wo ich fuer 4 Tage bleiben sollte. Die Tage vergingen rasch, ich genoss das Strandleben in dieser schoenen aber gefaehrlichen Stadt in vollsten Zuegen. 2 Spiele sollten aber nicht fehlen, und das Glueck war auf meiner Seite, denn die Halbfinalpaarungen in der Rio-Stadtmeisterschaft sollten die 2 grossen Derbys sein, beide im Maracana ausgetragen:

Vasco-Botafogo 0-4 (70000, 25000)

Bereits 2 Stunden vor dem Spiel war ich im Stadion und die Kurve von Vasco war bereits rappelvoll. Botafogo kam etwas spaeter und fuellte ihre Seite nicht ganz, duerften aber trotzdem so 25000 gewesen sein. Vasco mit rappelvoller Kurve und auch die Seitentribuenen gut voll mit Vasco Leuts... Was dann die Stunde vor dem Spiel los war, ja das war einfach nur Weltklasse, ein Traum, bis anhin das beste was ich je gesehn habe! Vorallem auf Vasco Seite. Absolut krankes Gehuepfe und Geklatsche des gesamten Anhangs im Stadion. Botafogo von der Masse her halt nicht so laut, dafuer aber ein etwas geschlossener Support. Waehrend dem Spiel die Stimmung dann nicht mehr ganz so gut, aber immer noch auf sehr, sehr hohem Niveau. Botafogo gewann das Spiel dann 4-0 und die letzten Minuten waren auf Botafogo Seite dann wieder Anschauungsunterricht auf allerhoechstem Niveau! Absolutes Weltklasse-Spiel gewesen, mit den alten Genoa Derbys das beste was ich je gesehn habe. Voellig zufrieden gings zurueck nach Ipanema, Vorfreude auf den morgigen Tag und Fla-Flu war riesig!



Flamengo-Fluminense 1-0 (85000, 30000)

Erneut 2 Stunden vor dem Spiel beim Stadion gewesen und noch etwas vor der Fluminense Kurve die Torcida beobachtet beim Einsingen. Einfach nur geil, ueberall gestank von Pisse und Scheisse und die Torcida am einsingen und ihre Riesen Fahnen am schwenken. Die Stunde vor dem Spiel dann nicht mehr ganz so extremer Support wie gestern, was dann aber die sicher 55000 Flamengo Anhaenger wahrend dem Spiel boten, ja das war krank, das war Weltklasse, das war Support von einem anderen Stern, das war mit Abstand das beste was ich je gesehn habe und ich kann mir nicht vorstellen dass ich jemals noch einen besseren Support sehen werde, dies war schlichtweg perfekt! Wie in Trance vergingen die 90 min, ja das war ein 90 minuetiger Orgasmus! Mit die schoensten Minuten in meinem Leben! Flumineses Support war auch nicht schlecht, wirkten aber etwas gehemmt, wenn sie aber mal loslegten wars auch absolut Weltklasse.



Nach weiteren 2 Tagen Strandleben gings wieder zurueck nach Sao Paolo wo es am Abend ein weiteres Spiel zu sehen gab:

Palmeiras-Sport Recife 1-1 (25000, 400)

Irgendwie hatte ich gar nciht so richtig Bock auf dieses Spiel, aber hatte ja nix anderes zu tun. Zum brasilianischen Duell in der Vorrunde der Copa Libertadores waren 25000 Zuschauer gekommen, mangels Alternativen musste ich in der Kurve der Mancha Verde (die Schisser von Real Football Factory ;-)) Platz nehmen. Diese zeigten einen etwas mauen Support, war ok, aber haben keine Baeume ausgerissen, auch die 450 Gaeste glaenzten eigentlich nur durch Anwesenheit...



So, nach einer Woche Brasilien gehts zurueck nach Buenos Aires wo als Abschluss der Tour noch das wohl groesste Fussballderby der Welt, Boca-River, ansteht.

Mittwoch, 8. April 2009

3.-8. April, Peru

Von Copacabana aus gings weiter mit nem Bus (halbvoll mit einheimischen Schmugglern) ueber Puno nach Cusco. Hier schlug ich meine Zelte fuer 3 Tage auf. Cusco an und fuer sich ein sehr schoenes Staedtchen, allerdings touristisch voellig ueberloffen und viel zu teuer. Am ersten schaute ich mir etwas die Stadt an und kaufte mir die Tickets fuer Machu Picchu und die Weiterreise nach Lima. Am Sonntag war dann noch ein Spiel:

Cienciano Cusco-Ancash Huaraz 0-0 (3000, 0)

Im wiederum sehr geilen Stadion versammelten sich leider nur ca. 3000 Zuschauer, darunter hinter dem einen Tor eine ca. 70 koepfige Supportercrew, welche ueber 90 min. ihre 5 mitgebrachten Trommeln benutzten... Das wars dann aber auch schon. Gaeste waren keine vor Ort. Spiel endete 0-0, damit erste Nullnummer auf dieser Tour.


Nach dem Spiel gings zurueck in die Stadt wo es nach einem feinen Abendessen bereits frueh ins Bett ging, am naechsten Tag sollte es ja frueh nach Machu Picchu gehen.

Unveschaemte 96 US-Dollars bezahlt man fuer die 4 stuendige Zugfahrt nach Machu Picchu, riesen Tourabzocke, dies war aber noch nicht alles, an der Endstation bezahlt man dann noch 7 Dollar fuer den Bustransfer zu den Ruinen und da nochmals 40 Dollar Eintritt... Einfach unverschaemt! Bei Machu Picchu angekommen stolzierte ich 2 Stunden durch die Ruinen und das wars dann... Sieht schon sehr spektakulaer aus, aber Iguazu und den Salar de Uyuni fand ich jetzt beeindruckender.

Am naechsten Tag gings mit dem Flieger weiter nach Lima. Von der Chaos-Stadt sah ich ausser dem Zentrum nicht allzu viel, aber Grund des Limaaufenthalts war ja folgendes Spiel:

Universitario-Libertad 2-1 (40000, 0)

Als ich vor Jahren die ersten Bilder dieses Stadions sah wusste ich genau, da muss ich mal hin! Nun sollte es endlich so weit sein, und was fuer ein geiles Stadion das ist. Ein grosser Rang, mit 2 geilen grossen Stehplatztribuenen hinter den Toren, und darauf, ums ganze Stadion, 4-6 Ringe Logen... Bin ja kein Fan von Logen, aber hier siehts einfach hammer geil aus! Ein riesen Kessel (platz fuer 80000). Def. geilstes Stadion indem ich je war! Die heimischen Hinchas taten es dem Stadion gleich und ueberzeugten mit sehr gutem Support inkl. Pyroaktion. Clasico gegen Allianza oder Sporting Cristal sicher mal ne Reise wert.


So, nun folgt noch das 7. und letzte Land: Brasilien, und da hat mir der Spielplangott Fla-Flu geschenkt!!!

Samstag, 4. April 2009

24. Maerz - 2. April, Bolivien

Weiter gings nach Bolivien. Ueber Resistencia gings zuerst nach Salta, wo ich eigentlich paar Tage bleiben wollte, wegen schlechtem Wetter liess ich es aber bleiben und verliess die Stadt nach einer rauschenden Nacht bei ner Hostelparty bereits wieder. Auf der Fahrt an die bolivianische / argentische Grenze lernte ich einen Kanadier kennen der genau die gleiche Route vor sich hatte, somit taten wir uns bis nach Cusco zusammen. An der Grenze uebernachtet gings am naechsten Tag mit dem Zug von Villazon nach Uyuni. Die Fahrt durch wunderschoene Landschaften war ganz angenehm und wurde gut mit Touristen aus der ganzen Welt verlabert. In Uyuni spaet nachts eingetroffen buchten wir fuer den naechsten Tag ne 2 taegigen Trip zum Salar de Uyuni, einem der groessten Salzseen der Welt. Unsere Truppe top, 2 Schweizerinnen in meinem Alter, der Kanadier, ein Argentinisches Paerchen (River Hinchas) und eine Bolivianerin, plus unser kult-Fahrer Jorge... hehe. Am Tag diverse Orte im wunderschoenen Salar besucht (Erlebnis toppt sogar noch Iguazu) naechtigten wir am Abend in einer gemuetlichen Unterkunft am Fusse eines Vulkanes. Mit der ganzen Truppe wurde gut gebechert, als alle irgendwann nicht mehr klar denken konnten, fuhr uns der sturzbetrunkene Jorge noch auf den Salzsee... Herrlich die Aussicht in der Nacht da... Noch nie soviele Sternen am Himmel gesehn, ein Traum... Irgendwann gings dann wieder zurueck zum Hostel wo dann irgendwann jeder in einem Bettchen Unterschlupf fand, halt nur nicht in seinem... hehe. Nach 2 Stunden Schlaf wurden wir geweckt, nur fehlte unser Fahrer Jorge, der schlief am Steuer seines Autos seinen Rausch aus... Irgendwann wachte auch er auf, vom gestrigen Abend wusste er natuerlich nichts mehr und das er spaet nachts noch die Einfahrt des Hostels gerammt hatte auch nicht... hehe, kult dieser Jorge. So, nun folgte der Aufstieg auf den 4600 m hohen Vulkan, waere wunderschoen gewesen, doch fuer mich war es mehr ne Qual... sollte auf dieser Hoehe wohl doch nicht soviel trinken... Irgendwie schaffte ich es dann aber doch rauf und auch wieder runter. Danach gings dann zurueck nach Uyuni wo wir den Bus La Paz bestiegen. Die folgenden 14 Stunden war vom uebelstem was ich je erlebt hatte... Ein riesen-Assi Bus, und die groesste Schotterstrecke waren der Grund dafuer. Bolivien halt... :-) Schwer angeschlagen erreichten wir dann irgendwann La Paz wo es erstmals ins Hotel ging um Schlaf nachzuholen... Die 3 Tage in der schoenen aber chaotischen Stadt gingen rasch vorueber. Am Tag jeweils etwas in der Stadt rumgelaufen, abends in den Bar's das eint oder andere Bier getrunken und falls noch Bedarf war ins Route 36... (wer schon mal da war kennts vielleicht ;-)). Der eigentlich Grund fuer den Aufenthalt in La Paz war aber das Laenderspiel zwischen Bolivien und Argentinien:

Bolivien-Argentinien 6-1 (35000, 800)
Tickets hatte ich schon am Vortag besorgt, so gings beruhigt zu Fuss zum inmitten im Wohnquartier gelegenen Nationalstadions Peru's. Das Stadion war nciht ganz gefuellt, so 35000 duerftens gewesen sein, darunter ca. 800 Gauchos, welche aber waehrend dem ganzen Spiel supporttechnisch nicht auffielen. Auf Heimseite ebenfalls nur gelegentlich Support, trotz des sensationellen 6-1 Sieg's ihrer Elf... Sind halt nicht die Fussballfanatiker schlechthin die Bolivianer... Widmen sich lieber der Cocapflanze... Diego an der Seitenlinie wirkte uebrigens mehr oder weniger hilflos... Mir kam es vor als die Spieler ihn gar nicht richtig ernst nahmen, so gab ihm bei den Auswechslungen auch niemand die Hand etc... Nach dem gloriosen Sieg der Bolivianer waren in der Stadt dann die einzigen die wirklich ausgelassen feierten die unzaehligen Touristen in ihren Hampelmaenner-Outfit's, man konnte bei den unzaehligen Touristen-Agenturen naemlich Tickets inkl dazugehoerigem Outfit buchen, naja...



Nach 3 Tagen in der herrlichen Stadt La Paz hiess es schon wieder Abscheid nehmen, naechstes Ziel war Copabana (das Original) am Titicaca-See, einem der hoechsten Seen der Welt (3800 m). Hier hatten wir einen wunderschoen entspannten Tag, sahen uns am Nachmittag noch die Isla del Sol an und genossen einfach das entspannte Leben in diesem kleinen Doerfchen. Gerne waere ich noch laenger geblieben, doch Peru ruft und so hiess es nach nur einer Nacht in Copacabana wieder Rucksack schultern und auf nach Peru.