Dienstag, 22. Juni 2010

Suedamerika 2010, Teil 4, Ecuador

Ecuador hiess unser naechstes Ziel, damit das fuer mich noch letzte unbereiste Land Suedamerika's. Nach der gut 40 stuendigen Anfahrt durch die Anden waren wir bei Ankunft am fruehen morgen dementsprechend kaputt, so ging's nach einem kleinen Fruestuck inkl dem WM-Eroeffnungsspiel fuer Fabio und mich erstmals ins Hotel um Schlaf nachzuholen waehrend Lueku die Stadt bereits mal erkundete.

Deportivo Cuenca-Olmedo 0-1 (3500 Zuschauer) 11.06.2010

Abends gings zum Ground von Deportive Cuenca wo Tuete (ohne Tuete) bereits auf uns wartete, zu 4. wohnten wir dem eher langweiligen Spiel bei, die Gaeste aus Olmedo konnten unterstuetzt von 0 Fans das Spiel knapp fuer sich entscheiden. Auf Heimseite eine kleine Barra um 40 Mann. Somit fuer mich Laenderpunkt 46 und damit Suedamerika komplett! Das musste nateurlich gefeiert werden und so gingen die ersten paar Runden Bier auf mich, es sollte der Anfang eines feuchtfroehlichen Abends werden... Waehrend die einten sich schon mal ein 1-Zimmerappartment fuer ihre Zukunft in Cuenca genauer anschauten oder im Suff das Reichenviertel Cuenca's besichtigten feierten andere den doppelten Laenderpunkt... guter Abend wars!




Gezeichnet von der Nacht und mit viel zu wenig Schlaf gings in rund 5 Stunden nach Guayaquil wo am Abend das grosse Clasico del Astillero zwischen Barcelona und Emelec stattfinden sollte. Im Hotel noch auf die beiden Galapagos Reisende Adi und Mark getroffen gings sofort zum sehenswerten 90'000 Ground von Barcelona. Das Stadion rund 2 Stunden vor dem Anpfiff bereits gut gefuellt was unsere Erwartungen steigerten:

Barcelona-Emelec 1-2 (75000 Zuschauer, 10000 Gaeste) 12.06.2010

Diese konnten aber leider nicht ganz erfuellt werden. Die Gaeste, unterhalb der Haupttribuene untergebracht, ueberzeugten zwar optisch, akkustisch konnte man sie aber kaum vernehmen. Auf Heimseite aehnlich, sah eigentlich ganz gut aus, auch die Mitmachquote in der riesigen Kurve ganz ok, akkustisch kam aber kaum mal was bei uns an, einzig nach den Toren wenn das ganze Stadion sang wars ziemlich geil. Die Gaeste ueberzeugten dann zumindest in den letzten Minuten als man den Derbysieg feiern konnte, insgesamt waren wir aber enttaeuscht, also zumindest Fabio und ich, wir hatten uns Tickets fuer die Gegentribuene besorgt damit wir beste Sicht auf die Gaeste hatten, die anderen 4 waren oberhalb der Gaeste und fanden zumindest den Gaesteauftritt ziemlich geil... Komisch, bei uns kam kaum was an...








Fuer die naechsten 3 Tage gingen wir dann nach Montanita, auch bekannt als Hippie-Eldorado... So wars dann auch, bei leider nicht allzu schoenem Wetter (immerhin die Temperaturen stimmten) genossen wir die Tage in dem kleinen verschlafenen Ort, schauten uns die WM-Spiele an, tranken lecker Bierchen und sassen Abends mit 50 Hippies am Strand ums Lagerfeuer (ohne schlafendem Tuete, aber doch mit Tuete :-)).

Emelec-LDU Quito 1-0 (25000 Zuschauer, 30 Gaeste) 15.06.2010

Nach den erholsamen Tagen in Montanita gings wieder in die Grossstadt. Guayaquil kann mich so gar nicht ueberzeugen, einzig paar extra fuer Touristen angelegte resp renovierte Quartiere der Stadt koennen sich sehen lassen, ansonsten erinnert die Stadt fast etwas an Baranquilla... Zum heutigen Spiel war Gratiseintritt, gemaess Homepage von Emelec als Dank fuer den tollen Gaestesupport beim Clasico. Dementsprechend rammelvoll war das Stadion bereits bei unserer Ankunft, und das trotz der schraegen Anspielzeit um 14.00 Uhr und das unter der Woche. Stimmungsmaessig war ich dann erneut enttaeuscht von Emelec, zwar optisch wieder ganz ansprechend, aber eigentlich war ueber 90 Minuten fast beaengstigend wenig los im Rund, einzig nach dem Tor in der Nachspielzeit bebte das Stadion fuer paar Minuten. Gaeste nur 30 Anwesend die ueberhaupt nicht auffielen.




Irgendwie war ich als froh wir Guayaquil wieder verlassen konnten, unser naechstes Ziel hiess Banos, Touristadt in den Anden. Die kleine Stadt rund 2 Stunden vor Quito bietet einige Outdoor Aktivitaeten und einige Thermalbaeder und Wellness Moeglichkeiten. Diese nutzten wir in den 2 Tagen hier reichlich, waehrend die andern Biken gingen machte ich mich zu Fuss auf den Weg Richtung Vulkan Tungurahua, der vor 3 Wochen ausgebrochen war und kurze Zeit den Flugverkehr in der Region lahm legte. Eigentlich hatte ich erst vor die kleine Route zu nehmen, um hoch ueber Banos die geniale Aussicht ueber das Tal und Banos zu geniessen, doch oben angelangt packte mich der Ehrgeiz und wagte mich an die grosse Route, die bis zum Fusse des Vulkanes reichte. Der Aufstieg durch recht abenteuerliche Wanderwege schlauchte mich ziemlich, so kam ich ziemlich kaputt oben an. Hier versperrten mir leider mir ein paar dicke Wolken die Sicht auf den Vulkan, Pech gehabt. Im Cafe Cielo (passender Name) staerkte ich mich fuer den Rueckweg der dann um einiges lockerer war. Ziemlich erschoepft nachmittags wieder in Banos angekommen liess ich dann den Tag in einem herrlich heissen Schwefel-Bad in einem der unzaehligen Thermalbaedern ausklingen.

Die letzten 5 Tage in Ecuador verbrachten wir dann in der Hauptstadt Quito. In einem netten Hostel inmitten Mariscal's (Neustadt wo die meisten Bar's und Restaurants sind) quartierten wir uns ein. Leider spielte das Wetter (wie bis jetzt immer in Ecuador) wieder nicht mit, so wars staendig bewoelkt und regnete auch desoeftern. So unternahmen wir die Tage ueber auch nicht allzu viel. Die Altstadt Quito's ziemlich sehenswert, und der 4100 m Hausberg Quito's (der mit einem Teleferico zu erreichen ist) war ganz nett, ansonsten konnte mich die Stadt nicht wirklich ueberzeugen. Am Sonntag war dann noch ein Fussballspiel:

LDU Quito-Olmedo 5-0 (3000 Zuschauer, 70 Gaeste) 19.06.2010

Im sehr geilen Stadion fanden sich zur erneut unmenschlichen Zeit (11.00 Uhr Sonntags!) leider nur wenige Zuschauer ein. Alle Tribuenen fast leer, hinter dem einen Tor die kleine Barra von LDU, rund 200 Mann. Immerhin sangen die 90 Minuten durch, fuer die Anzahl taten sie dies gar nicht mal so schlecht. Sehr komisch hier die Zuschauerzahlen, ist hier wohl nur bei Top-Spielen was los, bei Barcelona z.b. waren heute im Fernsehabendspiel kaum 10'000 Leute im Stadion, kein Vergleich zu den fast 80'000 beim Derby letztes Wochenende. Bei LDU duerfte das wohl aehnlich sein.



Dienstag's verliessen uns dann Fabio (den die Arbeit resp. seine Freundin wieder ruft :-)) und Adi (den es knapp 2 Wochen zu einer Bekannten nach Panama zieht). Zu 3. machen wir uns nun wieder auf den Weg nach Kolumbien, wo uns in Cali hoffentlich die schoensten Frauen der Welt erwarten werden... (so heisst es zumindest ueber Cali).

Sonntag, 13. Juni 2010

Suedamerika 2010, Teil 3 Kolumbien

Nach der auesserst herzlichen Begruessung in Kolumbien gings fuer uns sogleich weiter per Bus nach Santa Marta wo am Dienstag auch ein 2. Ligaspiel stattfinden sollte, ausserdem hat Santa Marta (Heimatstadt Carlos Valderama's) einiges zu bieten, unter anderem ist es auch Ausgangspunkt fuer Touren in den paradiesischen Tayrona Nationalpark. Dazu hatten wir jedoch zu wenig Zeit, trotzdem ueberzeugten uns die erneut wunderschoenen Straende rund um die kleine Stadt. Einzig die Hitze machten uns langsam etwas zu schaffen. Temperaturen von bis zu 30 Grad in der Nacht gehoeren hier zur Gewohnheit.

Union Magdalena-Alianza Petrolera 2-3, 1000 Zuschauer (1 Gast) 1.6.2010

In der Abendhitze von Santa Marta machten wir uns auf zum Spiel im schicken Old-School Stadion. Auf der Gegengerade hinter einigen Zaunfahnen eine kleine Barra um die 150 Mann welche auch munter durchsang, ohne allerdings eine ansprechende Lautstaerke zu erreichen, trotzem mehr als erwartet und Laenderpunkt 45 fuer mich. Nach dem Spiel ging ich mit Jugo-de-pina-Lueku und Jack-Stoiker-Fabio noch kurz ins Ausgehviertel, zogen dann aber nach Mitternacht den Hotelpool den relativen teuren Tanz-Schuppen vor. Hammer Momente wieder mal, mit kuehlem Bier unter Palmen und Sternenhimmel im Pool zu sitzen, waehrend in der Schweiz gerade um die gleiche Zeit alle zur Arbeit gehen... Das Leben kann so schoen sein!



Weiter gings dann nach Baranquilla wo das Rueckspiel um die kolumbianische Meisterschaft zwischen Juniors Baranquilla und dem Retortenverein La Equidad aus Bogota stattfand:

Juniors Baranquilla-La Equidad 3-1 (60000 Zuschauer, 300 Gaeste) 2.6.2010

Die Erwartungen waren gross, doch schlussendlich wurde das Spiel eines der groessten (fussballerischen) Enttaeuschungen seit ich unterwegs bin. Irgendwie war mir Baranquilla von Anfang an unsymphatisch. Die Stadt konnte mich gar nicht ueberzeugen, kaum schoene Flecken und ich fuehlte mich hier irgendwie nicht wirklich willkommen. Beim Stadion war 3 Stunden vor dem Spiel dann schon gut was los, lange Schlangen vor den Eingaengen und drinnen sah es auch schon ziemlich voll aus. 2 Stunden vor dem Spiel dann mal nen Platz auf der Gegentribuene gesichert bereits die ersten Assi's am betteln fuer Bier und Geld... Auffallend viele Troeten dann auch im ganzen Rund, die dann auch waehrend den 90 min. die Stimmung bestimmte. Aus der Kurve kam naemlich die ganzen 4 Stunden in denen ich im Stadion war gar nichts bis zu mir an. Entweder waren die Barra's (in beiden Kurven jeweils eine) einfach zu leise oder wurden dann von den nervigen Troeten uebertoent. Einzig die Intro's konnten einigermassen Ueberzeugen, wenn auch ich hier von einem entscheidenden Finalspiel in Suedamerika mehr erwartete. Nach den Toren auch alles andere als Euphorie, nach 15 Sekunden sassen alle bereits wieder auf unserer Tribuene, als ich in der 87. min, also paar Minuten von einem der groessten Triumphe des eigenen Vereins, bei nem Freistoss stehen blieb, wurde ich mit Wasser von hinten beschmissen... Es kam sogar soweit das ich dem Retorten-Verein aus Bogota die Daumen drueckte. Leider holte dann Baranquilla mit einen Tor kurz vor Schluss ihren 6. Meistertitel. Wir dann nach paar Minuten kuenstlicher Feier auf dem Rasen raus aus der Sauna Fussballstadion. Taxi's und Busse ins Zentrum gabs natuerlich keine, so liefern wir mal gut ne Stunde Richtung Innenstadt, auf den Strassen dann alles voll Juniors Fans, wir wurden dann paar mal als Gringo's beschimpft und 2, 3 mal probierte man uns auszurauben, konnten das aber verhindern... Irgendwann dann mal ein Taxi erwischt, ab ins Hotel, nach gross Party hatte niemand mehr Lust.






Am naechsten morgen gings dann weiter nach Cartagena, hier das krasse Gegenteil zu Baranquilla, wunderschoene Stadt mit tollen Straenden und einer wunderschoenen historischen Altstadt. Dafuer auch gut ueberteuert und ueberfuellt mit Touristen. Nicht umsonst gilt Cartagena als schoenste Stadt Suedamerika, denke dass kann man durchaus so gelten lassen. Lueku, Fabio und ich blieben da 4 Tage, waehrend Stedtler und Mark nach einem Tag nach Ecuador flogen, wo sie dann ne Woche auf die Galapagos gehn werden, waehrend wir uns auf dem Landweg auf nach Ecuador machen werden. In Cartagena erlebten wir paar gemuetliche Tage, wir genossen das Strandleben und die nette Stadt. Im Restaurant von ner Servierduese zusammen mit dem Essen noch rasch ihre Telefonnummer zugesteckt erhalten... viva Colombia... :-) Trotzdem war ich irgendwie froh nach 4 Tagen diese Stadt zu verlassen, zu heiss war es mir hier einfach, das schlaegt selbst die Hitze von der Balkan-Tour im 2007 mit Furti...! In der Nacht kuehlt es hier einfach gar nicht ab, so ist das Biertrinken auf den Terassen einfach kein Genuss, da koennen die Frauen noch so schoen sein...

Sonntag's machten wir uns auf den langen Weg (55 Stunden Busfahrt) nach Ecuador, nach den ersten 15 Stunden im Nachtbus legten wir einen 2 taegigen Halt in Medellin ein, beruehmt ist die Stadt unter anderem durch Pablo Escboar und sein Medellin-Kartell... Die Stadt an und fuer sich wusste sehr zu ueberzeugen, wir hatten im Westen ein wunderbares Hostel (Hostel Medellin, 10 US-Dollar im 3er Zimmer) inmitten einem netten Viertel inkl guter Partymeile, wo allerdings am Montag und Dienstag nicht wirklich viel los war. Nach diesen herrlich entspannten Tagen gehts nun weiter in rund 40 Stunden durch die Anden direkt nach Cuenca in Ecuador.

Sonntag, 6. Juni 2010

Suedamerika 2010, Teil 2, Venezuela

Merida, die Perle in den Anden Venezuela's, beherbergte uns fuer 4 Tage. In der gemuetlichen Posada Vene-Suiza quartierten wir uns in 2 Zimmern ein. Das Wetter war ueber alle Tage nicht wirklich das beste, oft regnete es, trotzdem sehr angenehme Temparaturen. Die Stadt bescherte uns einige geniale Abende im Poco-Loco, ein von einem Berner gefuehrtes Pub (inkl YB-Fahnen an der Wand) gleich in der Naehe unserer Posadae. Bei Preisen fuer 30 Rp. fuer ein herrliches Polar-Bier und 1.50 CHF fuer einen Cuba Libre wurde es jeweils dementsprechend sueffig (Busswiler Lied allez :-)). Die weibliche Bevoelkerung konnte auch punkten (man merkt die Naehe zu Kolumbien), wurden jedenfalls selten so krass angemacht, und ohne zu Uebertreiben hat man jeweils mehr oder weniger auswaehlen koennen... Feiner Ort dieses Merida...

Am Freitag Abend erfuhren wir dann noch per Zufall dass die venezolanischen Nationalmannschaft am naechsten Tag gegen Kanada ein Testspiel austragen sollten, und das genau in Merida. Herrlich, so noch rasch einen Tag laenger als geplant in Merida geblieben und das Spiel natuerlich noch mitgenommen:

Venezuela-Kanada 1-1 (18000 Zuschauer) 29.5.2010


Das recht schmucke Stadion (fuer die Copa America 2006 errichtet) ca. zur Haelfte gefuellt. In der Kurve ein paar Zaunfahnen und rund 100 Hinchas am singen. Besser als nix. Sonst gewohntes Nationalmannschaftspublikum. Nach dem Spiel trafen wir dann noch Tuete (Dortmunder Hopper) der die naechsten Wochen in etwa das gleiche Programm wie wir hatten und teilweise mit uns reisen wird.




Deportivo Tachira-Caracas FC 1-4 (36000 Zuschauer (500 Gaeste) 30.5.2010

Nach einer erneut sueffigen Nacht im Poco Loco gings mehr oder weniger direkt auf den Bus nach San Cristobal wo heute das Rueckspiel der venezolanischen Meisterschaft stattfinden sollte. Nach 5 Stunden Fahrt erreichten wir mittags die Hauptstadt der Region Tachira. Ueberall schon gelb-schwarze Fahnen und viele Trikottraeger. Mit dem Bus begaben wir uns dann sogleich zum Stadion. Im Umfeld schon gut was los gings bereits 2 Stunden vor dem Spiel ins Stadion, dieses jetzt bereits praktisch voll. Herrliche Zaunbeflaggung im ganzen Rund, dazu fast alle in gelb-schwarz gekleidet. Die Gaeste aus der Haupstadt erhielten 500 Tix und waren oben auf der Hauptribuene untergebracht, waren aber leider fuer uns nicht sichtbar. Das Intro war wieder sehr geil, gewohntes Suedamerika-Feeling mittels Papierrollen, Rauch und Blockfahnen. Stimmungsmaessig dann aber doch schwer enttauschend. Meist nur die kleine Barra am singen, selten konnte der Rest in den Support miteinbezogen werden. Caracas erzielte dann frueh 2 Tore und dann war die Luft endgueltig draussen. Zum schliess hiess es dann 1-4 und Caracas feierte seinen 11. Meistertitel. Die Jugend Tachira's nahm das nicht so gelassen und so lieferten sie sich ne "kleine" Strassenschlacht mit der einheimischen Cops. Ausserdem wollte man auch noch die Hauptribuene stuermen und noch kurz den Gaesten Hallo sagen. Dies schafften sie allerdings nicht ganz, pluenderten aber die Essensstaende auf der Tribuene und brannten ein paar Autos ab... Die Bullen dann ziemlich planlos wollte das Stadion und deren Umfeld so rasch als moeglich raeumen und so bekam auch Mark noch einen kleinen Schlag von einem Schlagstock eines Bullen ueber, sieht halt boese aus unser Taiwan-Boxer... :-)



Mit dem Taxi gings dann zum Busbahnhof wo es fuer uns mit Stops in Maracaibo und an der Grenze in insgesamt gut 20 Stunden nach Kolumbien ging. Dieses empfing uns gleich am Zoll mit Plakaten ueber die Kopfgeld-Preisen gewisser FARC Mitglieder (teilweise uieber 2'500'000 US-Dollar pro Kopf)... Welcome to Colombia...

Donnerstag, 27. Mai 2010

Südamerika Tour 2010, Teil 1, Venezuela

Arbeitsstelle endgültig gekündigt, nun gehts wieder auf grosse Reise. Die naechsten 2 Monate sind wieder Südamerika angesagt, 2 Monate durch Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Trinidad. Mit dabei auf der ganzen Tour langzeit Assi-YB-Lüku, auf Teilen der Reise dabei Taiwan-Boxer Mark Ammann, Südzecke Adi und YB-Gossau-Fabio. Donnerstag's gings los. Fabio's Eltern waren so nett und fuhren mich und Fabio nach Mailand zum Flughafen nach Milano-Linate, da sie grad auf dem Weg nach Italien war. Am Flughafen stoss dann Lüku dazu. Zu 3. verbrachten wir dann eine kuschelige Nacht am Flughafen bevor am morgen noch Mark und Adi dazustossen, die ein Hotel in der Naehe des Flughafens gebucht hatten. Fuer 460.- Euro bei Iberia hatten wir den Flug Milano-Caracas-Milano bereits im Februar gebucht, top Preis also. Flug auch top, genügend Beinfreiheit, top Essen. Weiss gar nicht was alle immer gegen Iberia haben, war meilenweit besser als British-Airways letztes Jahr nach Buenos-Aires. Im schwuelwarmen Caracas erstmals mit dem Bus die Stunde zur 700 m hoeher gelegen Innenstadt gefahren im 1-Stern Hotel eingebucht (welches wir mit diversen Ungeziefern teilten, aber Preis war top). Danach noch kurz die Gegend um das Hotel angesehn, inkl dem spanischen Viertel. Erster Eindruck der Stadt, recht assi, ganz ungefaehrlich ist es hier auch nicht, aber wird schon schiefgehen. Gross waren die Erwartungen an die weibliche Bevoelkerung, und naja, was soll ich sagen, wer auf grosse Brueste steht der ist hier richtig, sonst aber nichts spezielles. Brueste sind hier sowas wie ein Statussymbol, kaum eine Frau laeuft hier ohne operierte Brueste rum und bereits ab 15 wird das hier gemacht... wems gefaellt, mein Ding ists nicht wirklich... Nach einer kurzen Nacht musste am naechsten Tag erstmals Dollar in Bolivar getauscht werden. Am Automaten kriegt man naemlich nur einen Kurs von 1 zu 4, schwarz auf der Strasse hingegen bis zu 8 Bolivar fuer einen Dollar. Dies aber kein Problem, halb-Argentino Lüku meisterte das bestens und so hatten wir das erste einheimische Geld in der Hand. Danach kurz mal die Venezolanischen A.C.A.B. Bekanntschaft gemacht die uns durchsuchten und natuerlich einiges zu meckern hatten, obwohl eigentlich alles i.o. war, ausser das Fabio nur die ID statt den Pass bei sich hatte. Ne halbe Stunde rumgestanden und etwas diskutiert. Der Fall war klar, die Drecksbullen wollten von uns etwas Geld sehen, aber da hatten sie sich die falschen ausgesucht, nicht mit uns. So beliessen Sie es dann bei ner Ermahnung. Sinnlos. Mit dem Teleferico gings dann bis auf 2200 m auf nen Berg, leider war es da neblig und man konnte die karibische Kueste nicht sehn (die man normalerweise sieht), sowie auch der Blick auf die Millionenstadt Caracas blieb uns verwehrt. Nach der Rueckker in die Stadt widmeten wir uns den lokalen Koestlichkeiten, dem Bier und den Frauen. Kurz war die Nacht danach, denn das erste Spiel stand bereits an, zum Hinspiel des Venezolanischen Finale um die Meisterschafte traf der Apertura Meister Deportivo Tachira auf den Clausura Meister Caracas FC.

Caracas FC-Deportivo Tachira 1-0 (22000 Zuschauer, 4500 Gaeste), 23.05.2010

Ums Stadion bereits 3 Stunden vor dem Spiel recht gut was los, allerdings alles ne Spur kleiner als z.B. in Argentina. Stadion dann knapp ausverkauft. 4500 Gaeste konnten auch durch die 15 stuendige Anreise nicht davon abgehalten werden ihr Team in Caracas zu unterstuetzen (wobei ein Teil wohl auch aus Caracas selber kamen). Von den Gaesten kam dann aber ausser einen schoenen Intro mittels Balloenen und diversen Blockfahnen nicht allzu viel. Die paar hundert um die Barra zwar immer am singen, aber bei uns kam nicht allzu viel an. Ganz anders die Heimseite, herrliche Zaunbeflaggung und top-Support und ein Wahnsinns Intro (Rauch, Balloene, Banderas, Knaller und Bengalos fuer Arme (Spraydosen mit Feuer)). Support echt auch sehr fein, teilweise ging das ganze Stadion zu den bekannten Suedamerika-Liedern wirklich gut ab. Wie meist gabs aber auch hier wieder ruhige Phasen, trotzdem war ich positiv ueberrascht vom Spiel, da Venezuela ja wohl nicht gerade zum Fussball-Land Nr. 1 in Suedamerika zaehlt.





Nach dem Spiel gings fuer Lueku und mich noch mit einheimischer Begleitung noch ins Wohlstands- und Ausgangsviertel Las Mercedes.

Am Montag hiess es dann vorerst Abschied nehmen von diesem Moloch, 2 Tage am Meer in Chorony waren angesagt, nach rund 4 stuendigerer teils abenteuerlicher Anfahrt mitten durch einen Nationalpark erreichten wir das kleine verschlafenen Hafenstaedtchen Chorony, rasch in ner Posada fuer 4 Dollar pro Person eingecheckt gings dann sofort ans Meer wo wir die verbleibenden Stunden bis zur Dunkelheit verbrachten. Der rund 500 m lange Strand in einer Bucht gelegen ein Traum. Feiner Sandstrand, klares Wasser, herrliche Temperaturen, dazu den Strand fast fuer uns alleine. Abends war dann im Doerfchen fast nichts los, da gerade Nebensaison in Chorony ist. Ein paar Bierchen und einen hervorragenden Hot-Dog (fuer mich als eidgenoessisch diplomierten Hot-Dog Tester durften diese Koestlichkeit natuerlich nicht fehlen) wurdens dann aber doch. Nach einer weniger erholsamen Nacht (tropische Nacht bei Temperaturen ueber 25 Grad und keine Klimaanlage im Zimmer) liessen wir am naechsten morgen von einem einheimischen mit seinem Boot an einen abgelegen unberuehrten Strand fahren, ausser ein paar Hunden und Kuehen war da gar niemand. Fabio und Mark nutzten die Gelegenheit und probten den Ernstfall und besorgten uns eine kleine Mahlzeit bestehen aus Kokosnuessen und kleinen Fischen (die wir alledings nicht probierten), da es auch einen kleinen Fluss mit Suesswasser hatte haetten wir also durchaus ueberlegen koennen. Nach paar Stunden in der Einsamkeit kam aber gluecklicherweise wie vereinbart unser Kapitaen und fuhr uns mit dem Schiff wieder ins Doerfchen, kurz in der Posada geduscht hiess es dann auch schon wieder Abschied nehmen von Chorony, mir hats hier gefallen, eines Tages komm ich zurueck und eroeffne hier mir eine kleine Hot-Dog Bude... hehe.
Weiter gings nach Merida, rund 16 Stunden waren wir dafuer im Bus, die Busse hier kommen nicht ganz an den argentinischen Standard ran, trotzdem konnte ich gut schlafen, leider regnete es ziemlich heftig waehrend der Nacht, so wurde der ganze Gepaeckraum ziemlich ueberflutet, unser Gepaeck war dann bei der Ankunft auch gut durchnaesst...
In Merida in der Posada Suiza fuer 3 Naechte (7 Dollar pro Person/Nacht) eingecheckt. Merida an sich ein nettes Staedtchen (300000 Einwohner), alles ein Stueck sauberer und vorallem angenehmer (da Temperaturen um die 25 Grad am Tag und schoen kuehle Nacht, Merida liegt auf 1800 m) als im tropischen Caracas. Hier werden wir die naechsten Tage uns etwas erholen und sofern es das Wetter zulaesst ein paar Ausfluege und Aktivitaeten in Angriff nehmen bevor es dann Samstags weiter nach San Cristobal zum Rueckspiel der Venezolanischen Meisterschaft geht.

Hasta luego amigos!

Dienstag, 18. Mai 2010

Darmstadt-Eintracht Frankfurt U23 1-2, 5600 Zuschauer (2000 Gäste), 15.05.2010


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Wieder mal Deutschland war angesagt, relativ spontan fuhren wir mit dem Auto nach Darmstadt, wo an diesem Samstag die Eintracht aus Frankfurt zu Gast war. Zwar „nur“ die U23, jedoch durfte ein schöner Assi-Mob erwartet werden, da die Bundesliga-Saison bereits zu Ende ging und die Ultras Frankfurt gut am mobilisieren waren. Schlussendlich warens gut 2000 Frankfurter, der Grossteil davon in orangen Anti-Lilien Mottshort’s. Die Zaunbeflaggung 1a, herrliche Teile darunter. Auf Heimseite bei den Ultras gut 100 Leute hinter der UD Zaunfahne plus auf der anderen Seite der Tribüne auch wieder gut 80 Jungs der Kategorie C. Die Ultras Darmstadt zeigten eine nette Choreo mittels Ballonschlangen und kleiner Blockfahne die hochgezogen wurde. Stimmungsmässig leicht enttäuschend, sangen zwar 90 min inkl paar netten Melodien, aber irgendwie wirkten die Ultras wie ein Fremdkörper im ganzen Stadion. Ganz anders die Hool’s, welche immer wieder lautstark auf sich aufmerksam machten mit teilweise herrlichen Sprüchen und Hass-Liedern, alles ziemlich englisch angehaucht und ziemlich spielbezogen. Wussten sehr zu gefallen. Die Gäste um die UF wie gewohnt mit einem Top-Auftritt, war jetzt zwar nicht der kreativste, aber sehr lautstark und mit einer guten Spur Hass. Höhepunkt dann in die 80. min als die bereits vor längerer Zeit geklaute Zaunfahne der Ultras Darmstadt präsentiert wurde inkl paar Bengalos und Stylos. Grössere Reaktionen der UD blieben aber aus. So ging das Spiel mit einem 2-1 Sieg für die Eintracht zu Ende. Nach dem Spiel bliebs wohl aufgrund der grossen Polizeipräsenz ruhig und wir begaben uns rasch wieder auf den Weg in die Schweiz. Insgesamt ein Top-Ausflug, herrliches Oldschool Stadion und richtig gute Fussballatmosphäre, weitab vom Bundesliga Event-Fussball, hier wird einfach nur Fussball gelebt, so muss es sein!


Samstag, 17. April 2010

Ostern-Tour Italia

Cesena-Ancona 0-2 (13500 Zuschaucher, 1300 Gäste) 2. April 2010

Zu den guten alten Zeiten gings regelmässig an Ostern nach Italien wo wir teils legendäre Touren erlebten (Genua Derby etc). Dieses Jahr bot sich mit Bari-Roma als Highlight wieder mal ne Tour an, und da SG erst am Montag ein Spiel hatte passte es perfekt. Als Vorspiel am Freitag suchten wir uns Cesena-Ancona aus, war zwar in beiden Stadien bereits mal, aber beide Spiele ja wohl top.

Mit bunter Truppe (bestehend aus 4 x GF und 2 x GP) gings Freitag morgens mit dem ersten Zug nach Chiasso wo wir dann auf die italienischen Regionalzüge umstiegen und mit diesen bis Cesena fuhren (mit kurzem Zwischenstopp in Mailand zwecks Dombesichtigung für unsere Italo-Neulinge). Stadion in Cesena recht gut zu etwa 2/3 gefüllt, darunter ein schöner 1200 Mann-Mob aus der Hafenstadt Ancona. Diese legten eigentlich während dem ganzen Spiel einen absoluten Weltklasse Auftritt hin. Mit wunderschönen lauten Liedern und guten Hassgesängen gegen Cesena überzeugte die Curva Nord Ancona auf der ganzen Linie, und das alles ohne akkustische Hilfsmittel (Megaphon, Trommel)! Hätte ich so nie erwartet, hatte ich Sie doch in letztem Sommer im Playout-Spiel gegen Rimini bereits gesehen, wo sie einen höchst durchschnittlichen Tifo boten. Überraschenderweise enttäuschte das auf einem aufstiegsberechtigten Platz stehende Cesena um die WSB ziemlich stark, sangen selten mal mehr als 200, 300 Ultras, kein Vergleich zu Cesena-Rimini im Sommer 03 oder auch an die stets guten Auswärtsauftritte Cesena’s. Spiel ging 0-2 für die Gäste aus, welche nun auch wieder voll im Aufstiegskampf dabei sind.


Bari-Roma 0-1 (50000 Zuschauer, 12000 Gäste) 3. April 2010
Nach dem Spiel bei Pasta und Birra noch die Zeit bis um 01.00 Uhr rumgebracht, wo uns dann der Nacht-Espresso stilecht für 30 Euro bis nach Bari brachte. Da in der Früh angekommen hiess es erst mal Tickets organisieren, gabs doch Tickets nur für Anwohner der Provinz Puglia, um zu verhindern dass Roma Fans sich mit Tickets für die Bari-Sektoren eindeckten. Die Romanisti seinerseits erhielten die ganze Curva Sud, also insgesamt 14000 Tickets, von denen gut 12'000 auch verkauft wurden. Grosse Euphorie also bei den Romanisti, nachdem man in der Vorwoche Inter zu Hause schlagen konnte hat man nun berechtigte Hoffnungen auf den ersten Scudetto seit 2001 machen. Mit dem Bonus des Schweizer Passes wars dann aber trotz aller Einschränkungen kein Problem um Tickets zu kaufen. Schlussendlich wars dann auch nicht ganz ausverkauft, paar freie Plätze auf der Haupttribüne waren noch zu sehn.

In der Stadt und im und ums Stadion irgendwie ne spezielle euphorische Stimmung, erinnerte mich irgendwie alles etwas an die guten alten Roma-Derby’s, da lag was in der Luft. Dazu das tolle Frühlingswetter. Schon 2 Stunden vor dem Spiel waren beide Kurven gut gefüllt und man bot sich schon ein sehr nettes Gesangsduell. Kurz vor dem Anpfiff noch die geniale Bari-Hymne und 40'000 Schals waren in der Luft, selten so ne dichte Schalparade wie in der Curva Nord gesehen! Anfangs dann auch ne absolute Weltklasse-Stimmung auf Bari Seite, aber auch die Gäste überzeugten mit lautstarkem Tifo. Nach dem frühen Führungstreffer für die Gäste war dann in der Heimkurve etwas die Luft draussen, war zwar immer noch gut, aber kein Vergleich zu den Anfangsminuten. Die Romanisti nach dem Tor und kurz vor dem Ende natürlich total am ausflippen, dazwischen gabs aber auch ruhige Phasen. Trotzdem insgesamt ein Top-Spiel, welches so früher in Italien zur Gewohnheit gehörte, in der Zeit der grossen Repressionen aber leider nur noch die Ausnahme ist.

Nach dem Spiel noch etwas das italienische Lebensgefühl genossen bevor es dann Sonntag mittags über Bergamo (mit Ryanair für 32 Euro) nach Hause ging.



Montag, 15. März 2010

Olympique Lyon-AS Saint-Etienne 1-1 (40000 Zuschauer, 2600 Gäste) 13.03.2010

-Kurzausflug mit dem Zug zum Derby nach Lyon
-Nette Stadt mit schöner südländisch wirkenden Altstadt
-Stadion fast ausverkauft, feiner Gästepöbel (ca. 2600)
-Optisch Lyon mit schöner Choreo, ASSE mit Chaos-Intro und etwas Pyro
-Stimmungsmässig auf Heimseite der Virage Nord um die Gruppe Bad Gones durchschnittlich, nette Hüpfeinlagen, aber nicht sonderlich kreativ
-die Gäste mit gewohnt lautem und sehr kreativem Support über 90 Min
-ASSE für mich die klare Nr. 1 in Frankreich




Donnerstag, 11. Februar 2010

Atalanta-Bari 1-0 (13000 Zuschauer, 1000 Gäste) 07.02.2010

Es ist immer wieder genial bei tristem Wetter von Norden her durch das Gotthardtunnel zu fahren und bei strahlendem Sonnenschein im Süden wieder rauszukommen, einfach ein wunderschönes Gefühl der Freiheit, zu wissen dass die meisten Leute noch ihren Suff ausschlafen während du bei Sonnenschein durch das wunderschöne Tessin fährst und einen Tag voller italienischer Lebensfreude vor dir hast.

Bari war im Norden zu Gast und da die Süditaliener momentan die Auswärtsblöcke der Serie A rocken wie momentan wohl kein anderer wollten wir uns dies natürlich mal genauer anschauen, und mit Atalanta hat man auch ein starkes Gegenüber, so zählen beide Kurven für mich mit zum Besten was Italien zu bieten hat.

Bei schönstem Wetter (ca. 10 Grad) betraten wir ne halbe Stunde vor dem Spiel den Ground (Tickets problemlos gegen Ausweis am Ground). Die Baresi mit ca. 1000 Fan’s im Block, darunter aber leider auch 200, 300 Umlandfans die sich nicht allzu oft dem Support widmeteten. Ist halt leider so dass bei Gastspielen süditalienischer Vereine im Norden sich im Gästeblock oft Gastarbeiter tummeln, die sich dann kaum am Support beteiligen. Die rund 600 Ultras boten dann aber einen soliden Support mit der gewohnt guten Mischung aus melodiösen Liedern und kurzen aber lauten Schlachtrufen begleitet von einigen grossen und kleinen Schwenkfahnen welche 90 Minuten in Bewegung waren. Die hohen Erwartungen meinerseits konnten aber nicht ganz erfüllt werden, da hatte ich Bari schon besser gesehen. Das tief im Abstiegskampf steckende Atalanta überzeugte mit praktisch voller Kurve, Supportmässig wars ok, fehlende akustische Hilfsmittel merkt man halt auch hier und optisch sieht die Kurve ohne Zaunfahnen und mit nur wenigen Schwenkfahnen einfach nur traurig aus. Ab und an kam das Potential der Curva Nord aber doch zum Vorschein und dann wurde es doch ganz schön laut. Meiner Meinung nach liegen die Stärken der Bergamaschi eher auswärts, wo sie in vergleichsweiser grosser Anzahl unterwegs sind. Das Spiel konnte Atalanta nach gutem Kampf in der 2. Halbzeit knapp mit 1-0 für sich entscheiden und sich damit wieder Hoffnungen im Abstiegskampf machen während für den Aufsteiger Bari die Europacup-Plätze sich doch langsam etwas entfernen. Einigermassen zufrieden gings dann zurück wo uns der Cisalpino für einmal ohne Verspätung nach Hause kutschierte.


Mittwoch, 3. Februar 2010

(Naher Osten) Teil 4: Zypern

Mitten in der Nacht in Larnaka (Cyprus Airline, 70 Euro) angekommen mieteten wir uns ein Auto (da der öffentliche Verkehr auf Zypern kaum existent ist). Damit zum ersten mal in meinem Leben im Links-Verkehr gefahren, was bei der ersten Kreuzung noch für ein kleiner Chaos führte… Nach 1, 2 Stunden hat man sich aber völlig dran gewöhnt. Als Unterkunft fanden wir in Larnaka ein nettes Appartment für 25 Euro für das Zimmer/Nacht. Für Zypern wohl top. Allerdings wird es wohl auch als Stundenhotel benutzt, anders kann ich mir die überdimensionalen Spiegel an der Decke über dem Bett und die vielen älteren Herren samt junger hübscher Begleitung im Hotel nicht erklären…

Alki Larnaka-Dighenis Morfou FC 3-1 (200 Zuschauer, 20 Gäste) 22.1.2010


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Da das Wetter an den nächsten Tagen zu wünschen übrig lass, verzichteten wir gross auf Kultur, hätten wir neben dem dichtgedrängten Programm an Fussballspielen eh nicht gross Zeit gehabt. Obengenanntes Spiel der zweiten zypriotischen Liga gab es am Freitag Abend, welches im netten aber viel zu grossen Zenon Stadion stattfand. Die ca. 200 Zuschauer inkl 20 Gästen fielen eigentlich überhaupt nicht auf, immerhin hatten die Gäste paar (hässliche) Zaunfahnen dabei und sangen alle 20 Minuten mal ein Liedchen. In der Nacht testeten wir noch das Nachtleben Larnaka’s. Im Sommer ist hier sicher die Hölle los, heute ging es eher ruhig zu und her. Trotzdem fanden wir noch ne nette Bar mit Livemusic, wo wir noch die eint oder andere Bekanntschaft machten…

Anorthosis Famagusta-Omonia Nikosia 1-3 (9000 Zuschauer, 2500 Gäste) 23.1.2010



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Am Samstag waren 2 Spiele angesagt. Der Knaller Anorthosis Famagusta gegen Omonio Nicosia am Vormittag, am Abend dann noch ein Heimspiel des Champions-League Teilnehmers Apoel Nicosia. Famagusta trägt seine Heimspiele in Larnaka aus, da der Norden Zypern’s um Famagusta ja seit 1974 durch die Türkei besetzt wird. Das heutige Spitzenspiel war ausverkauft, beide Kurven rappelvoll und mit wunderschönen Intro’s. Während die 2500 Gäste mittels grün-weisser Rauch-Wand auf sich aufmerskam machten präsentierte die Heimkurve eine schöne Blockfahne über die ganze Tribüne. Stimmungsmässig gings anfangs gut ab, ähnlich wie in Griechenland auch das Einklatschen des ganzen Stadion’s. Während dem Spiel wurde es aber immer ruhiger und oft sang jeweils nur der harte Kern von vielleicht 100-200 Mann auf beiden Seiten. Die Gäste konnten sich gegen Ende der Partie, als der Sieg feststand, nochmals enorm steigern und zeigten in den letzten Minuten was für ein Potential die Kurve hätte. Nach dem Spiel soll es noch kurz aber heftig geknallt haben, wir kriegten da aber nix davon mit da wir uns gleich nach dem Spiel nach Nikosia aufmachten.


Apoel Nikosia-Ermis FC 3-0 (4000 Zuschauer, 20 Gäste) 23.1.2010


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Hier recht früh den netten Ground betraten (Nationalstadion Zypern’s mit knapp 23000 Sitzplätzen). In der Heimkurve standen hinter diversen schicken Zaunfahnen, kompakt und alle in Orange gekleidet, ca. 200 Ultras, welche nen konstanten Support über 90 Minuten zeigten, ohne mich allerdings sonderlich zu begeistern. Gäste ca. 20 anwesend.



Apollon Limassol-AEL Limassol 0-2 (13000 Zuschauer, 5500 Gäste) 24.1.2010


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Am nächsten morgen anstatt wie meist bis fast mittags pennen mal etwas früher raus, mussten wir doch noch nach Limassol wo das Stadtderby zwischen Apollon und AEL bereits um 13.30 Uhr stattfinden sollte. Vor dem Stadion noch kurz auf Marc Hodel gestossen der wohl bei Apollon (trainiert von HSV-Legende Thomas von Heesen) irgendeinen Hampelmann spielen darf nachdem er im Sommer noch vor dem Saisonstart als Trainier bei APEP Pitsilia (1. Liga Zypern) entlassen wurde. Im Stadion dann auf der Gegentribüne gut und gerne 6000 AEL-Anhänger, ihrer Gegenüber wohl ca. 8000 Apollon Sympathisanten. Beide Fanblöcke schön zugeflaggt mit Zaunfahnen und die Stimmung vor dem Spiel war schon ziemlich gut. Genauso wie die Intro’s beider Kurve, während die Heimkurve dutzende Bengalo’s, Blinker und auch Papierrollen präsentierten, zeigten die Gäste eine Choreo mittels 2 Blockfahnen und Fähnchen. Leichter Punktsieg für die Heimkurve. Stimmungsmässig während dem Spiel dann leicht enttäuschend, wie schon bei Famagusta-Omonia konnte nur nach den Toren und zu Beginn des Spiel’s grosse Teile der Kurven animiert werden. Oft sang nur der harte Kern mit leichten Vorteilen für die Gäste, wohl auch des Spielverlaufs wegen. Allerdings muss man auch sagen dass es wohl kaum ein stimmungsfeindlicheres Stadion gibt.

Ethnikos Achna-Doxa Katokopia FC 1-0 (200 Zuschauer, 3 Gäste) 24.1.2010




Nach dem Spiel sofort weiter nach Achna wo das 5. Spiel innert 3 Tagen stattfinden sollte. Bei den wenigen Zuschauern die sich im schönen Kleinstadion einfanden waren leider keine Ansätze von Fankultur zu sehn, dementsprechend lange fühlten sich die 90 Minuten an.

Am Montag Abend wurden wir von unserer Freitag-Abend-Bekanntschaft noch an ein griechisches Anti-Rassismus Rock-Konzert in Nikosia eingeladen, bevor mein Flug dann in der Nacht wieder zurück in die Schweiz ging, während Lüku noch ne Woche in Zypern und Griechenland blieb.

Insgesamt war es eine Wahnsinn’s Tour bei welcher wir extrem viel erlebt haben. Das sehr vielfältige Israel, das interessante und bis anhin noch fremde und unbekannte Palästina, die faszinierenden Landschaften Jordanien’s, das wunderschöne Nildelta mit den unzähligen Tempeln in Ägypten bis zu Zypern, es war einfach ne Top-Tour, einzig der fehlende Länderpunkt Jordanien’s ist etwas schade.

Naher Osten Teil 3: Ägypten


El Daklyeh-Itesalat 0-1 (3000 Zuschauer, 1500 Gäste) 13.1.2010


Royal Jordanien brachte uns sicher nach Kairo wo wir es ziemlich eilig hatten, erfuhren wir am morgen durch den Ägyptischen Fussballverband das am Nachmittag ein Spieltag der 2. Liga stattfinden sollte (1. Liga pausierte ja wegen Afrika-Cup). Rasch Tickets für den Nachtzug nach Assuan gebucht und Gepäck gelagert, ging es zeitgedrungen mit dem Taxi zum Al-Sekka Al-Hadid Stadion wo heute das Spitzenspiel der 2. Ägyptischen Liga zwischen El Daklyeh und Itesalat stattfand. Zu diesem Kairo-Derby pilgerten 3000 Zuschauer wovon etwa die Hälfte „Gästefans“ waren. Ca. 40 Mann auf beiden Seiten (inkl einzelnen Schwenkfahnen) sangen eigentlich durchgehend, zwar etwas gewöhnungsbedürftige Gesänge und in nicht allzu grosser Lautstärke, aber trotzdem sehr interessant, da noch nie gehört. Das grosse Kairo Derby zwischen Al-Ahly und Zamalek dürfte also sicher mal die Reise wert sein.

Dem Nil entlang Richtung Süden fuhren wir mit dem schicken Nachtzug nach Assuan welches wir mit 3-stündiger Verspätung am Vormittag erreichten. Hier im Landesinnern Ägypten’s herrschten hochsommerliche 33 Grad am Tag. Schon unglaublich, die haben hier mit dem Januar den kältesten Monat und trotzdem noch über 30 Grad. Nach der Besichtigung des Staudamm’s vor Assuan buchten wir für den Folgetag ne Felukenfahrt auf dem Nil inkl Übernachtung. Diese werden hier in Assuan reichlich angeboten. Mit Fanan fanden wir den für uns geeigneten Capitano. An seinem Boot unschwer zu erkennen war er ein grosser Bob Marley Fan, dementsprechend „gemütlich“ sollte die Segelfahrt werden. Wir entschieden dann sogar noch eine Nacht dranzuhängen. Bei unserer Feluke waren grosse Teile der Fläche mit Matratzen belegt, auf welchem man geschlafen, gegessen und eigentlich auch den ganzen Tag gechillt hat. Am 2. Abend hielten wir in der Nähe von Fanan’s Haus und er lud uns kurz zu sich nach Hause ein. Von aussen sah die Gegend um sein Haus nach einem übelsten Ghetto aus, so war es mir anfangs bei der stockfinsteren Nacht schon nicht ganz wohl, sein Haus innen aber ganz nett, jedoch teilweise noch nicht ganz fertig. So will sich unser Bob Marley-Fan mit den Einnahmen der Felukenfahrten sein Haus Stück für Stück auszubauen um für seine 2 Frauen und 3 Kinder ein gemütliches Heim zu bauen. Die 2 Frauen sind ihm aber noch nicht genug, so erschienen im Standard Bild Programm auf seinem PC (als er mich bat neue Bilder auf seinen Blog (http://niledancer.blogspot.com/ ) zu laden) bei den letzten Aktivitäten lauter pornografische Bilder. Während Lüku, Mike (war auch auf der Feluke) und ich in einen Lachkrampf verfielen war es dem strenggläubigen Fanan doch ziemlich peinlich…


Am nächsten Morgen verliessen wir völlig ausgeruht Fanan’s Chill-out-Area und begaben uns mit dem Bus nach Luxor. Auf dem Weg machten wir noch 2 kurze Stopps bei den Tempeln von Kom Ombo und Esna. Weitere Tempel gab es dann in Luxor und Umgebung zu bestaunen wo wir die nächsten 2 Tage blieben. Mit gemieteten Fahrrädern gings vom Tal der Königinen zum Totentempel der Hatschepsut, welcher durch das Attentat 1997 (wo 62 Menschen erschossen wurden) traurige Berühmtheit erlangte. Auch Lüku's Kindheitstraum (ein Kamelritt in Ägypten) erfüllte er sich hier :-)


Mit dem Nachtzug machten wir uns nach 2 Tagen Luxor wieder auf den Weg nach Kairo, welches wir mit rekordverdächtigen 5 Stunden Verspätung erreichten (normale Fahrzeit 10 Stunden). Hier besuchten wir die berühmten Pyramiden von Gizeh, das einzige noch erhaltene der 7 Weltwunder der Antike. Leider ragen die Ausläufer der Riesen-Stadt Kairo bereits bis an die Pyramiden heran, was den Gesamteindruck doch etwas schmälert. Trotzdem sollte ein Besuch auf keiner Ägypten-Reise fehlen. Das Moloch Kairo konnte mich nur bedingt überzeugen, eine riesen-Stadt mit einen riesem Chaos, irgendwie sieht alles gleich aus und ruhigere Plätzchen um dem Chaos mal kurz zu entfliehen fehlen fast gänzlich. Irgendwie hat es mir z.b. in Assuan besser gefallen. Durch die Innenstadt Kairo's als nicht Einheimischer zu spazieren kann teilweise ganz schön anstrengend sein, wird man doch ständig von irgendwelchen Verkäufern oder Strassenhändlern angesprochen und dabei leider meist nur auf das Geld reduziert. Aber dies gehört wohl in touristischen Gebieten der arabischen Ländern einfach dazu.

Nach knapp 3 Wochen in arabischen Ländern verliessen wir nun Kairo in Richtung Zypern wo uns als Abschluss der Tour wieder etwas mehr Fussball erwartete.