Sonntag, 31. Oktober 2021

Süditalien, 1. Teil

Es ist wieder mal Zeit für ein neues Abenteuer. Ich steige aus, raus aus dem Hamsterrad namens Bürojob, raus aus dem Alltag, tausche Termine gegen Träume und Pläne gegen Freiheit. Viel zu lange habe ich das nicht mehr getan, viel zu lange habe ich gewartet mit weiteren grossen Reisen, weiteren Abenteuern, weiteren Erlebnissen.

Nun habe ich meine sieben Sachen gepackt, Wohnung und Job gekündigt und ziehe für knappe 2 Monate nach Salerno um Sprache und Kultur besser zu verstehen, um mal an einem anderen Ort zu sein, mal was anderes neues zu erleben. Den Winter werde ich dann in den Bergen der Schweiz verbringen um meine Reisekasse wieder etwas aufzubessern um dann im Frühling ganz aufzubrechen, mit Freundin und Sack und Pack los, immer dahin wo es uns grad verschlägt, aber immer auf dem Land- oder Seeweg. Einmal um die Welt, oder zweimal, oder keinmal wer weiss.


Aber zuerst zu Salerno. Hier bin ich nun bis im Dezember, lerne die Sprache besser kennen und versuche in Land und Kultur einzutauchen und natürlich das einte oder andere Spiel mitzunehmen.


Los ging es auf der Hinreise mit Como - Alessandria (Serie B). Überraschend gut waren beide Kurven besucht, Alessandria mit mit ca. 250 Mann angereist und waren stets gut zu hören mit einigen schönen Liedern. Die Heimkurve mit einem etwas grösseren Ultra-Haufen und ziemlich laut. Obwohl ich hier schon mehrmals war, hat es wieder gepasst. 







Anschl. ging es dann mit dem guten alten Nachtzug in den Süden nach Napoli. Um 11.00 Uhr schaute ich noch in Ercolano (Eccellenza) vorbei wo die Mannschaft von Maddalonese (bei Caserta gelegen) gastierte. Diese werden normalerweise auch von ca. 10 Ultras begleitet, heute waren diese jedoch nicht vor Ort. Ercolano gibt es noch ein 2. Team, die Brigata Vesuvio unterstützt das Team in der Promozione und nicht das Ercolano in der Eccellenza. So war heute also nichts los, aber lieg ja grad auf dem Weg nach Sorrento wo heute Nocerina (Serie D) gross einfahren sollte. Schlussendlich dürften es sicher mind. 500 Gäste aus Nocera gewesen sein, darunter ein Ultra-Haufen von mind. 300 Mann und Frau. Das Stadion bis auf den Kunstrasen ein Traum, herrlich gelegen und 2 schöne Kurven und eine kleine Haupttribüne. 50 Mann unterstützten heute die Heimelf mehr schlecht als recht. Völlig überzeugend jedoch die Gäste, da hat nur ein Tor gefehlt und die Kurve wäre in totale Ekstase verfallen, aber auch mit einer Nullnummer ein schöner Nachmittag als Start hier unten bei herrlichstem Wetter.









Weiter geht es mit einem Doppler unter der Woche. Zuerst schon wieder Nocerina (heute gegen Nardo, Serie D). Der Supporterblock unter der Woche um 14.30 Uhr ähnlich gross wie in Sorrento, leider jedoch mit 2 Gruppen die getrennt stehen (im Gegensatz zum Auswärtsspiel wo man zusammen auftrat). Immerhin sang man zusammen. Der Auftritt nicht mehr ganz so stark wie in Sorrento, aber immer noch völlig ok. Überraschend reiste auch eine Busladung aus dem Süden Apuliens um die Gruppe Tabula Rasa Nardo an. Zu Fuss dann die 4 km rüber nach Pagani für das Abendspiel gegen Potenza (Serie C). Die Heimkurve ja momentan ganz gut unterwegs mit mehreren hundert Ultras in Bari oder Avellino, fast wie zu zu ganz alten Zeiten. Auch heute der Block mit sicher 300 Ultras gefüllt und mit gewohnt eigener Art von Support. Nur wenige Lieder dafür jedes sehr lange vorgetragen. Aus Potenza waren auch ca. 250 Gäste angereist mit ganz anderer Art zu Supporten. Englisch angehaucht mit vielen klassischen Liedern aber auch immer mal wieder mit einigen Pausen. Teils war man aber lauter als die Heimkurve.











Das 2. Wochenende stand an, einiges zur Auswahl. Schlussendlich entschied ich mich für Benevento-Cosenza (Serie B). Cosenza hatte im Vorverkauf knapp 600 Tickets verkauft. Ob es dann soviel im Block waren würde ich bezweifeln, trotzdem ein guter Haufen heute im Gästeblock. In der Mitte stand der harte Kern geschlossen mit ca. 300 Ultras. Ein 80er Jahre Style Zaun mit wunderschönen Fahnen und der Support so erfrischend anders. Viele neue Lieder mit sichtlich viel Spass und Leidenschaft vorgetragen, man merkte das es den Leuten im Block Freude machte hier für Cosenza da zu stehen. Auffallend viele Frauen und viele ältere in der Kurve, was für ein geiler Haufen! Trotz 3-0 Niederlage war man der heimischen Kurve stets überlegen. Zu Benevento, da stehen 2 ähnlich grosse Haufen keine 10 m entfernt und singen kein einziges mal gemeinsam. Völlig sinnlos. Zusammen wäre man ja doch ein ganz netter Haufen von ca. 250 Ultras, aber so…







Am Sonntag dann wieder mal zu Juve Stabia (heute gegen Messina, Serie C). Müsste man 5. Besuch in Castellammare di Stabia sein, aber Juve Stabia geht immer. Das herrliche Stadion lohnt sich alleine schon und die Heimkurve auch heute wieder mit gewohnt lässigem Auftritt. Messina mit ca. 80 Mann vor Ort, rissen aber keine Bäume aus.






Für die Pokalrunde unter der Woche wollte ich eigentlich zu Angri (waren am Wochenende davor mit 200 Mann auswärts). Zuschauer wurden jedoch einen Tag vor dem Spiel (obwohl der Vorverkauf schon lief) für das Tomaten Derby gegen San Marzano (wo die berühmten San Marzano Tomaten herkommen) verboten. Dann halt zum FC Givova ähm Scafatese (in Scafati ist die Givova Fabrik, Givova ist der Kleiderausstatter der meisten Teams im Süden, grüsse gehen hier an die Givova Fanaticos aus Berlin ;-)). Gegner ist mir bereits wieder entfallen und auch das Spiel wird mir nicht lange in Erinnerung bleiben. 12 Ultras standen zwar hinter 2 Fahnen, nach 2, 3 Liedern zu Beginn war aber bereits Feierabend. Von den Fedayn Scafati ist nur noch ein Wandbild vor dem Stadion auszumachen.




Noch kurz zur allgemeinen Situation in Italien. Momentan sind 75% Zuschauerauslastung zugelassen. Am 12. November gibt es einen Test mit voller Auslastung beim Länderspiel Italien-Schweiz in Rom.  Es ist zu hoffen das danach auch in der Liga kommt, zumindest in der Serie A soll diese dann bald kommen. Die meisten Szenen gehen ins Stadion inkl. Support mit Ausnahme von Cavese, Bari, Lecce, Turris, Acireale, Napoli Curva B, Teile von Catania und Palermo, Sampdoria, Melfi, (resp. das was noch davon übrig ist…), Toro (?), Atalanta (?). Weitere fallen mir grad nicht ein, Cagliari fährt z.b. zumindest Auswärts, zu Hause bleibt man glaubs noch draussen. Leider gibt es besonders im Süden bei Derbys immer noch Gästeverbote, vor allem Apulien zeigt sich hier sehr repressiv, wie auch Sardinien und teils Kampanien. Im restlichen Land sind auch die Derbys meist mit Gästen.

Freitag, 1. Oktober 2021

Mal wieder etwas Fussball

Bevor es wieder mal auf grosse Reise geht, hiess es diesen Sommer noch viel Arbeiten und vieles war zu Erledigen. Dementsprechend wenig war ich unterwegs ausser den St. Gallen Spielen (sofern überhaupt möglich wegen Corona). Zum Saisonende war dann ich wieder mal im Südtirol und sah Obermais diesmal auf der Lahn (bei meinem letzten Besuch fand das Spiel am Viehmarktplatz statt wegen Dauerregen) zum letzten Saisonspiel gegen Levico. Schönstes Wetter, gute Gespräche und die schönen Lieder der Curva Sud Obermais liessen die 90 Min. im Nu vergehen. Einfach schön was man hier auf die Beine gestellt hat und ein völlig ungezwungener und unverkrampfter Auftritt auf den Rängen bei herrlichster Umgebung. Da ging mein Herz auf nach der ganzen tristen Corona-Zeit.






Zu Saisonbeginn schaffte ich es dann wieder mal zur Austria Lustenau, welche Sonntag Morgens den GAK empfingen. Die Fankurve der Austria hat die Corona-Zeit ansch. äusserst gut überstanden und überraschte mit einem grösseren aktiven Haufen als auch schon. Nicht nur die Quantität der Ultras sondern auch die Qualität der Gesänge konnte positiv überraschen. GAK konnte nur anfangs überzeugen, dann war irgendwie die Luft draussen.






Im September-Urlaub auf Sardinien schaute ich noch bei Olbia gegen Viterbese vorbei. Gäste keine angereist und die Heimkurve blieb grösstenteils verwaist. Entweder man streikte oder die Szene ist kaum mehr vorhanden. Erst in der 60. Min. nach dem Führungstreffer versammelte sich ein ganz kleiner Haufen für 1, 2 Gesänge in der Curva. Durfte Olbia vor ca. 15 Jahren mal im Play-Out in Alessandria sehen mit einem völlig duschgeknalltem 80er Haufen, davon war heute aber leider nicht mehr viel übrig.



Zudem war ich noch bei Winterthur-Thun (sportlich grosser Fussballabend auf der Schützenwiese mit nettem Auftritt der Bierkurve, Gäste boykottierten) und im Eishockey an einigen Heimspielen des EHC Kloten’s. Da mein (inzwischen ehemaliger) Arbeitgeber Sponsor ist, hatte ich jeweils Zugriff zu 2 Saisonkarten. Im Eishockey ist für mich Kloten trotz dem Verbleib in der NLB zumindest in der Deutschschweiz die Nummer Eins auf den Rängen. Für mich eine gestandene Kurve und da stehen egal bei welchem Gegner stets mind. 200 Supporter auf den Stehplätzen mit einigen wirklich schönen Liedern. Ich war bei den Spielen gegen Visp (ohne Gäste), Langenthal (20 Gäste, nicht weiter erwähnenswert) und Olten (mit 80 Mann, davon ca. 50 kompakt stehend hinter den Fahnen, gar nicht so schlecht).







Donnerstag, 18. März 2021

Hakuna Matata - Lockdown in Afrika

Mal wieder Mensch sein. Das ist momentan nur in wenigen Ländern möglich. Tansania ist eines davon, da gibt es Fussball mit Zuschauern, offene Kneipen und das Reisen ist problemlos möglich. Mensch sein halt.


Qatar Airways hat für die Strecke momentan fast das Monopol und wollte für die Strecke etwas über CHF 800.- (KLM, Ethopian und Turkish wäre auch möglich, jedoch mit PCR Tests oder sonstigen Einschränkungen, inzwischen leider auch bei Qatar nur mit PCR). Damals aber noch ohne jegliche Einschränkungen, einzig die Maske musste bis zur Ankunft am Kilimanjaro Airport zwischen Arusha und Moshi getragen werden. Ab da war dann bis auf Sansibar maskenfreie Zone.


Die ersten 10 Tage war dann nichts mit Fussball. Geplant war eh Safari und Wandern im Norden, wenn jetzt grad ein Spiel da in der Nähe gewesen wäre, dann hätten wir das sicher mitgenommen, aber Priorität hatte Land und Leute, war ich und auch Michi doch noch nie in Schwarzafrika. So starteten wir nach einem Akklimatisierung-Tag in Arusha mit einer 4 tägigen Safari durch die 3 Nationalpärke Serengeti, Ngorongoro und Tarangire. Mit 800 US Dollar für die 4 Tage war man dabei (inkl. allen Transfers, Gebühren, Verpflegung und Übernachtung, dabei machen allerdings die Parkgebühren fast die Hälfte aus). Wir teilten dann den Jeep mit 4 weiteren Touri’s (2 Deutsche und ein russisches Pärchen) und dem Guide sowie dem Koch. Geschlafen wurde in Zeltern resp. in einfachen Unterkünften. Nachts kam immer mal wieder Besuch von Wildschweinen, Hyänen oder einer Giraffen-Familie (die Unterkünfte waren nicht eingezäunt). Bei einer Übernachtungen wurden wir gar durch Löwengebrüll in den Schlaf begleitet. Alles sehr eindrücklich und landschaftlich ist insbesondere der Ngorongoro Krater ein Traum. Da schliefen wir  auf dem Krater Rand auf 2300 m Höhe in Zeltern mit Sicht über den gesamten Krater. Und wenn du dann morgen früh während dem Sonnenaufgang vom Rand in den Krater rein fährst und eine unfassbar schöne Seen-Landschaft mit hunderten von Tieren sich vor dir breitmacht, ja dann ist das schon ein unglaublich schöner Moment, der sich durch die momentan Pandemie und den Einschränkungen in Europa natürlich noch viel intensiver und eindrücklicher anfühlt als sonst. Der Serengeti Park war von den Tieren her unbeschreiblich, wir hatten das Glück das wir ca. 10 km durch die grosse Migration (wenn die grossen Tierherden das Gebiet wechseln, je nach Jahreszeit) inmitten tausender Tiere fahren konnten, Zebra’s, Gazellen, Gnu’s etc. so weit das Auge reicht und mittendrin 2 Geparden auf erfolgloser Zebra-Jagd. Auch abseits der grossen Migration konnten wir dutzende Löwen, Elefanten, Giraffen, Büffel, Nilpferde, Nashörner etc. beobachten, nur der Leopard wollte sich nicht zeigen von den Big 5. Vor diesem ist aber in Acht zu nehmen, das einzige lokale Tier wovor sogar die Massai Angst haben ist nämlich der Leopard. Alle anderen jagen nur falls sie Hunger haben oder gestört werden und da es in den Nationalparks genügend Nahrung für alle hat, werden Menschen eigentlich in Ruhe gelassen. Einzig die Leoparden jagen quasi auf Vorrat um die Beute dann nach Lust und Laune zu verschlingen. Ein Restrisiko draussen in der Wildnis besteht natürlich immer, so wurden wir unter anderem instruiert in der Nacht das Zelt oder die Unterkunft nie ohne Taschenlampe zu verlassen, da das Licht die Tiere erschreckt und vertreibt. 

Die erste und die 2. Nacht schliefen wir in den Nationalpärken, die 3. Nacht in einer kleinen Lodge in Mto Wa Mbu, einem kleinem Dorf in der Nähe des Tarangire Nationalparks. Da fand sogar noch ein Fussball-Spiel statt (unterklassiges Freundschaftsspiel) und anschl. ging es noch in die Kneipe / Disco. Bei 50 Rp. für ein Bier und keine CHF 1.50 für eine Flasche Konyagi (einheimisches Teufelszeugs) liessen wir es uns gut gehen und kamen mit einigen einheimischen ins Gespräch. Der Höhepunkt war dann aber der Nachhauseweg also wir unter anderem die restliche Flasche Konyagi mit dem Massai-Nachtwächter (in traditionellem Gewand) vor unserer Unterkunft leerten (natürlich Corona-konform aus der gleichen Flasche ;-)).












  



Zurück in Arusha ging es mit dem Rumpelbus weiter in die Usambara Berge nach Lushoto, einer entspannten Kleinstadt auf 1400 m. Für umgerechnet knapp 2.50 CHF gab es einen Sitzplatz für die 8 stündige eindrucksvolle Fahrt (etwas holprig und heiss, aber ganz ok). Auf Empfehlung von anderen Reisenden buchten wir einen Guide für eine 3 tägige Wanderung durch die hügelige, knallgrüne Landschaft. Für 40 Dollar pro Person / Tag inkl. Unterkunft, Verpflegung und dem Guide. Der Trip war dann auch jeden Rappen wert, landschaftlich unfassbar schön und wahnsinnig eindrücklich wie die Leute da auf dem Land leben. Geschlafen wurde einmal in einem Kloster und einmal in einer absolut geilen Unterkunft mit Sicht ganz hinunter ins Tal. Gegessen wurde jeweils unterwegs bei einheimischen Familien ganz einfach, aber super lecker. Allgemein haben wir in Tansania unglaublich gut gegessen. Meist gibt es zwar recht einfache Gerichte mit Reis, Kartoffeln, Gemüse und Fleisch, aber einfach unfassbar gut geschmeckt hat alles. Sogar die regionale Spezialität Pommes mit Ei überbacken hat ausgezeichnet gemundet (und kostete für 3 Personen inkl. Getränke keine 2 CHF für alle zusammen). Am ersten Abend ging es dann noch in ein lokales Pub für die Live-Übertragung eines Simba (einer der 2 grossen Vereine Tansania’s) Spiel’s. Als wir bei Eintritt einen kurzen Simba Schlachtruf von uns gaben waren wir sofort willkommen und eine Art lokales Cider wurde uns gereicht und auch sonst testeten wir uns durch die lokalen Biersorten. Nach der 3 tägigen Wanderung durch die Berge zurück in Lushoto angekommen, sollte es wieder auf in das Nachtleben gehen. Und auch hier wieder richtig geil, in der dunklen Keller-Disco waren wir natürlich wieder die einzigen Weissen, aber alle sehr offen und entspannt. Lushoto kann ich wärmstens empfehlen, richtig schönes ursprüngliches Städtchen mit angenehmen Bewohnern und in atemberaubender Landschaft / Umgebung gelegen. Hier scheint das Leben noch stehen geblieben und viele (westliche) Probleme scheinen meilenweit weg zu sein. Während der Wanderung kamen wir gar noch an einem Fussballspiel (die lokalen Senioren gegen die 1. Mannschaft, welche bereits in der Halbzeit haushoch führte, natürlich dank dem enthusiastischem Coach der uns begeistert mitteilte das er sein Team mit der gleichen Taktik wie Jürgen Klopp's Liverpool aufs Feld stellte und uns anschl. fragte ob wir sein Team sponsoren möchten) und einem Wahnsinns-Natur-Ground vorbei (hier einmal ein Spiel zu sehen, quasi ein Usambara Berge Derby, das wärs :-)), aber schaut euch die Bilder selber an.   




















Nach der Partynacht war das Aufstehen für die frühe Abfahrt auch schon angenehmer (grundsätzlich fahren die meisten Fernbusse in Tansania frühmorgens ab, Nachtfahrten sind verboten), aber das nächste Ziel war das langersehnte Bad im indischen Ozean da steht man doch gerne früh auf. Bagamoyo war mit Umstieg in etwa 9 Busstunden zu erreichen. Das kleine Fischerstädtchen mit ganz schönen Strand liegt ca. 100 km nördlich von Daressalam. Allzu viel zu sehen neben dem Fischerhafen und dem Strand gibt es dann aber nicht, für einen kleinen Zwischenstopp lohnt es aber allemal. So trafen wir dann auch auf Bock der eine Woche später angereist war und fortan mit uns unterwegs war.


Simba SC - Al Ahly 23.2.21, 1-0, Afrikanische Champions-League, ca. 35000 Zuschauer


Natürlich sollte der Länderpunkt Tansania (die 2 Spiele bei der Safari und bei der Wanderung zähle ich mal nicht) noch fallen. Ursprünglich war mal das Derby zwischen Simba und Young Africans geplant (war mal auf mitte Februar angesetzt), aber wie zu erwarten wurde dieses noch verschoben. Mit dem Champions-League Heimspiel gegen Al Ahly aus Ägypten quasi als Ersatz haben wir dann aber nicht allzu viel falsch gemacht. Zuschauer offiziell waren 30’000 (ca. 50% der Kapazität) zugelassen (in der heimischen Liga gibts es gar keine Zuschauerbeschränkungen, in der Champions-League jedoch schon). Schlussendlich waren dann wohl etwas mehr im Stadion, aber alles noch im afrikanischen Rahmen. Ein paar Gäste aus Ägypten (ca. 60) waren dann auch vor Ort, darunter auch einige Ultras, jedoch ohne nennenswerten Support. Auf Heimseite natürlich ein riesiges Gewusel, überall etwas Tanz und Gesang, aber nicht gross koordiniert, was ich aber auch nicht erwartete. Laut war es immer und der Torjubel zum überraschenden 1-0 (war dann auch das Endergebnis) war einfach nur abartig geil. Minutenlang war der Mob am toben und gar einzelne Freudenfeuer wurden gezündet. Der totale Krieg (so von der offiziellen Seite im Vorfeld überall verkündet) wurde also gewonnen und die Party konnte anschl. auf den Strassen weitergehen.








Nach dem kurzen Aufenthalt in Daressalam wollten wir uns noch etwas ausruhen auf Sansibar bevor es wieder zurück ins Corona-Europa gehen sollte. Wie erwartet war auf Sansibar ziemlich viel los und alles recht voll mit Russen und Osteuropäern (ganz im Gegensatz zum Festland wo wir ausserhalb der Safari kaum Touristen zu sehen bekamen). Also begnügten wir uns die paar Tage mit dem Meer, dem Bier und einem Fussballspiel der Zanzibar Premier League zwischen Kipanga und JKU im Mao Stadium. 


Die Insel selber fand ich ok, halt ein typisches Pauschalreisen Ziel mit all seinen Randerscheinungen (3, 4 mal höhere Preise als auf dem Festland, Beach-Boys die nur auf das Geld der Touri’s aus sind und teils wirklich nervige Pauschalurlauber). Die Strände sind aber schon sehr schön und die Altstadt Stonetown in Zanzibar City kann man sich für einige Stunden mal ansehen.


Das Festland hingegen konnte in allen Belangen begeistern und kann ich nur empfehlen. Wird sicherlich nicht mein letztes mal da gewesen sein, das nächste mal gerne verbunden mit einer längeren Tour inkl. den benachbarten Ländern.