Dienstag, 31. August 2010

Europapokal 2010, die Zweite

AFC Tubize-Royal Antwerpen, 1-2, 1500 Zuschauer (600 Gäste), 18.8.2010

Belgien, wie oft hatte ich dieses Reiseziel schon geplant, jedoch meist immer wieder kurz vor der Abreise verworfen, lockten doch meist attraktivere Spiele in anderen Ländern. Nun war es endlich so weit, Mittwoch morgen´s begrüsste ich die arbeitende Bevölkerung im völlig überfüllten Zug nach Zürich, bevor es über Basel und Frankfurt nach Brüssel ging. Im netten Hostel für 16 Euro im 4-er Zimmer samt 3 Franzosen eingecheckt, noch kurz die Umgebung um das Hostel nahe des Bahnhofs Bruxelles-Midi angeschaut. Auffallend das ich fast der einzige europäisch aussehende Mensch auf den Strassen war, die Geschäfte auch allesamt auf nordafrikanischer Herkunft deutend. Eigentliches Ziel war aber nicht Brüssel, sondern die rund 15 Zugfahrt-Minuten entfernte Kleinstadt Tubize, wo der Knaller der 2. Belgischen Liga zwischen AFC Tubize und Royal Antwerpen stattfinden sollte. Das Stadion ist in rund 15 minütigem Fussmarsch vom Bahnhof in Tubize zu erreichen. Selbiges kann mit 3 schicken Tribünen überzeugen. Grosse moderene Sitzplatz Tribüne hinter dem Tor (inkl. Gästesektor) und der Haupttribüne, plus ne kultige kleine Stehplatz Tribüne für die einheimischen Freunde des runden Leders. Der Gästeblock füllte sich dann fast vollständig mit rund 600 Gästen (inkl Pattaya Sektions-Zaunfahne), ansonsten im Stadion etwa 1500 Zuschauer. Auf der Heimseite hinter der Betschard-Boys Zaunfahne rund 30 Leute die gelegentlich mal ein Liedchen trällerten. Die Gäste konnten mich dann aber vollends begeistern, wusste ich zwar das der Verein aus Antwerpen über eine grosse Anhängerschaft verfügt, doch was diese Jungs an diesem Abend boten, ja das hätte ich in den kühnsten Träumen nicht erwartet, Bengalos und Blockfahne zum Intro und über 90 minütigen lautstarken Support der an längst vergangen Zeiten in England erinnert. Echt vom feinsten was hier geboten wurde. Die Gäste durften das Feld dann auchvöllig verdient als Sieger verlassen nach einer Doublette in der 2. Halbzeit. Zufrieden machte ich mich auf den Weg zurück nach Brüssel wo ich mir in der Hostel Bar noch die Zusammenfassungen der Champions-League-Spielen anschaute.




FC Brügge-Dinamo Minsk 2-1, 24000 Zuschauer (200 Gäste) 19.8.2010

Am Donnerstag hatte ich 2 Spiele zur Auswahl, einerseits Genk gegen Porto, andererseits Brügge gegen Dinamo Minsk. Drughi´s kann ich auch in Turin sehen, also entschied ich mich für Brügge, da ich mir da auch noch einiges an Kultur erhoffte. Die Stadt dann wirklich ein Traum, so staunte ich nicht schlecht als ich durch die engen Gassen Brügge´s lief, gepaart mit den ganzen Flüssen einfach ne herrliche Location, schade einfach das es völlig überfüllt mit Touristen ist. Vereinzelt liefen mir auch paar Minsk-Jungs über den Weg die auch schon fleissig am Kleber verteilen waren in der Stadt. Überraschenderweise 200 waren´s dann abends sogar im Gästeblock (resp durch Bullen abgetrennten Sektor auf der Haupptribüne), der grosse Teil davon aber wohl aus der Umgebung oder reiche Schnösel. Ein rund 30 köpfiger Ultra Mob supportete dann munter oberkörperfrei die 90 Minuten durch. In der 1. HZ gab es dann noch kurz Action als die Brügge Leute im unteren Sektor ne überlappende Zaunfahne vom oberen Sektor der Minsk Jungs entwenden konnten. Die Bullen dann aber schnell zur Stelle, holten die Fahne zurück und übergab sie wieder den Weissrussen, welche die Fahne dann aber nicht mehr aufhingen. Support der Heimseite überhaupt nicht erwähnenswert, zum Intro 2 gesponsorte Blockfahnen, laut wurde es nur nach den beiden Toren und ab und zu wenn die älteren Herren im Oberrang was anstimmten.




Allemania Aachen-Union Berlin 2-2, 18000 Zuschauer (300 Gäste), 20.8.2010

Nach wenig erholsamer Nacht im ziemlichen Assi-Hostel machte ich mich auf den Weg nach Aachen. Bei perfektem Wetter noch die Zeit bis zum Anpfiff die nette Stadt besichtigt und noch kurz beim Stand der Aachen-Ultras vorbeigeschaut. Da das sehr informative Info-Zine besorgt. Über die Sommerpause hat sich ein Teil der Aachen Ultras abgespalten, unter dem Namen Karlsbande ist deren neuer Standort jetzt direkt unter dem Dach, während die restlichen Ultras ganz unten bleiben. Im Stadion sieht das dann so aus das unten rund 150 Leute armwedelnden Support abliefern und ganz oben 80 weitere Ultras. Der Rest der rund 5000 Zuschauer fassenden Tribüne kann so gut wie nie miteinbezogen werden. Dementsprechend schlecht war dann über 90 Minuten die Stimmung. Die Berliner dann mit rund 500 Leuten angereist, hab ich ehrlich gesagt doch mehr erwartet. Rund 100 Mann um das Wuhlesyndikat konnten dann zum dauerhaften Supporten annimiert werden, war ganz ok, ohne mich aber wirklich vom Hocker zu reissen.





Mit dem „Transen“-ICE von Köln ging es dann gut schlafend zurück in die Schweiz. Endlich Belgien geschafft…

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